#76

RE: Höllenschlund auf dem Friedhof

in Dome is fallin/At least we must fight 16.07.2016 13:03
von Jack Turner | 442 Beiträge | 539 Punkte

Es war ein erfreulicher Anblick, wie sie mich ansah, als sie merkte, von wem ich redete. Deswegen hatte sie wohl auch nichts unternommen, als ich meine Hände voller Feuer an ihre Oberarme legte. Erst allmählich kam sie wieder zu sich. "Ja, du hast es erfasst. Aber es gibt auch eine gute Nachricht." Eigentlich wollte ich noch weiter reden, doch wurde wieder von einem Gegenschlag ihrerseits unterbrochen. Sie hob mich mittels Telekinese an und lies mich nun über dem Höllenschlund schweben. Ich blieb locker, vollkommen unberührt und verschränkte lediglich schwebend die Hände in der Luft. Ein breites Grinses hatte ich wieder aufgesetzt und sie wusste, dass es ihr gewidmet war. "Du lässt mich nicht einmal ausreden. Das ist ganz schön unhöflich." warf ich ihr spielerisch vor. "Schade, dass du kein Vampir bist. Ich könnte so schöne Sachen mit dir anstellen." Nekromantie, das war eine wundervolle Kraft und ich beherrschte sie blind. Und das wollte ich mir zu nutzen machen. Nur musste ich aufpassen mich durch meine kleinen "Tricks" nicht zu sehr zu schwächen. Schließlich sollte die große Bombe ja noch folgen. Im nächsten Moment wirkte ich ein wenig abwesend. Ich suchte mittels einer Art magischen Radar den Friedhof nach verbleibenden Vampiren ab. Es waren nicht viele in der Nähe, aber es reichte vollkommen aus. Ich rief sie, aber nur psychisch, nicht physisch, zu mir. Lex bekam davon höchstens mit, dass ich für ein paar Sekunden den Mund hielt. Wenn man sich konzentrierte, klappte es besser. Ich sollte ihr sagen was ich wusste? Naja, auch wenn man es von den "Bösen" aus Filmen und Serien schon kannte, dass sie ihre Pläne munter ausplauderten, so unterscheid ich mich doch von ihnen. "Frag ihn doch selbst." kam es also nur spöttisch von mir zurück. "Immerhin wusste er davon." Auch wenn ich dem Urbösen noch immer misstraute, hatte ich auf gewisse Informationen nicht verzichten können und diese schienen mir jetzt zu nützen. Dann gähnte ich mit vorgehaltener Hand. "Mir wird langweilig...kannst du nicht...oh wir bekommen Besuch." Mit einem Schlag waren 5 Vampire aus verschwiedenen Richtungen aufgetaucht. "Ups...das waren wohl doch nicht alle gewesen." Mit einem amüsiertem Lächeln betrachtete ich die Situation. Sie musste mich herunter lassen, wenn sie kämpfen wollte, denn ich hatte die Vampire direkt auf sie angesetzt. Es blieb keine Zeit um mich mit Erde zu begraben. Sie konnte mich höchstens fallen lassen, aber auch dafür war ich gewappnet. "Ich würde ja zu gern dabei zu sehen, wenn du ihn wieder triffst...aber dann werdet ihr vermutlich beide schon Tod sein. Dann kannst du ihm in der Hölle ja direkt Gesellschaft leisten. Jetzt, wo du die Apokalypse in Gang gebracht hast, kommst du sicher nicht mehr in den Himmel..." Das hatte ich noch los werden müssen, immer noch abwartend, ob sie mich nun endlich runter lassen würde.

@Alexis Lacroix



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#77

RE: Höllenschlund auf dem Friedhof

in Dome is fallin/At least we must fight 16.07.2016 14:57
von Alexis Lacroix | 4.797 Beiträge | 6865 Punkte

Es gab auch gute Nachrichten? Na da war ich ja mal gespannt, was Jack für eine gute Nachricht für mich hatte. Aber zuerst konnte ich nichts weiter aus ihm heraus bekommen. Vielleicht wäre er ja gesprächiger gewesen, wenn ich ihn nicht hätte über dem Abgrund vom Höllenschlund baumeln lassen, aber die meisten Gegner mit denen ich es zu tun bekam, redeten nun einmal am Besten, wenn man ihnen ordentlich Druck machte. Bei ihm schien es sich aber anders zu verhalten. Ok, er konnte sich ebenfalls jeder Zeit seiner Magie bedienen und somit war es für ihn vielleicht nicht so schlimm, dort über dem Abgrund zu hängen. Wahrscheinlich konnte er sich problemlos abfangen, falls ich ihn tatsächlich fallen ließ. Schade eigentlich, denn ich hätte nur zu gern dabei zugesehen, wie er dort unten unsanft aufschlug. Natürlich erst, wenn ich die Informationen hatte, die ich von ihm hören wollte. Gosh... ernsthaft? Er wollte jetzt mit mir darüber diskutieren, ob ich gute Manieren hatte oder nicht? Wen interessierte das in der aktuellen Situation? Ja, Jack anscheinend, mich eher weniger. „Ist das echt deine einzige Sorge? Darf ich dich darauf aufmerksam machen, dass nicht ich es bin, die hier keinen festen Boden unter den Füßen hat, sondern du?“ gut, auch das konnte er ändern. Immerhin hatte er mir zuvor bereits einen schönen Freiflug über den Friedhof spendiert. Doch er wiederholte es nicht. Überhaupt, warum grinste er noch immer so? Langsam beschlich mich das leise und ungute Gefühl, dass er etwas plante. Er war viel zu ruhig und siegessicher.
Schade das ich kein Vampir war? Für einen Moment sprach er in Rätseln. Welchen Vorteil hätte es ihm verschafft, wenn ich ein Vampir wäre? „Kannst du dich nicht mal klarer ausdrücken? Deine komischen Aussagen bringen hier keinen weiter und dich sicherlich nicht wieder auf den sicheren Boden.“ ich stemmte eine Hand in die Hüfte und sah zu ihm rüber. Was versprach er sich von solchen Ausagen? Wenn er Zeit schinden wollte und darauf hoffte, dass ich ermüden würde, konnte er lange warten. Soweit war ich noch nicht, auch wenn die Kämpfe mich schon einiges an Kraft gekostet hatten. Aber hier ging es um meine Freunde, Personen, die mir wichtig waren und für die ich bereit war durchs Feuer zu gehen. Etwas stimmte mit Spike nicht und ich wollte wissen, was das war. Er hatte sich schon so seltsam von mir verabschiedet, mich umarmt und auch sonst einiges getan, was er sonst niemals getan hätte.
Aber anstelle von einer Antwort, schwieg Jack jetzt komplett und schien kurzfristig, wie in seiner eigenen Welt versunken. Was tat er da? Auf was konzentrierte sich der Hexer so sehr, dass er mich scheinbar ausblendete? Kurz darauf sollte ich es erfahren. „Oh das würde ich ja gern, aber er ist leider nicht da. Oder siehst du ihn hier irgendwo? Also sag mir, was du mit ihm angestellt hast, dann können wir darüber reden, ob und auf welche Art und Weise ich dich wieder runter lasse.“ forderte ich jetzt, ehe meine Aufmerksamkeit durch Jacks nächsten Worte auf etwas vollkommen anderes gelenkt wurden. Vampire... Wo zur Hölle kamen die denn jetzt her? Kurz zuvor hatte ich noch den gesamten Friedhof abgesucht. Es war nicht ein einziger Vampir weit und breit zu sehen gewesen. Das ging doch hier nicht mit rechten Dingen zu.
Dann dämmerte es mir langsam. Er war ein Nekromant. Verdammt. Das war wohl eines der Felder der Magie, mit denen ich mich noch nie wirklich beschäftigt hatte, denn mein Respekt vor den Toten war einfach zu groß und meine Untoten Freunde wollte ich auch nicht als Versuchskaninchen machen, nur um Erfahrung darin zu sammeln, Verstorbene zu kontrollieren. „Dir ist wohl auch gar nichts heilig was?“ Mit einem mehr als genervten Schnauben sah ich kurz zu den Vampiren, die sich mir etwas zu zielstrebig näherten und dann wieder zu Jack. „Und ich würd mich ja gern weiter mit dir unterhalten, aber ich hab was Wichtigeres zu tun.“ Ihn sanft wieder auf den Friedhofsboden zurück setzten? Nein, daran hatte ich kein Interesse. Ich löste den Zauber auf, ob er jetzt in den Abgrund fiel oder sich rettete, war mir dabei ziemlich egal. Ich konzentrierte mich auf die Vampire die mir jetzt immer näher kamen. Zwei von ihnen konnte ich noch aus der Ferne mit einer Armbrust unschädlich machen, aber die anderen drei waren bereits zu nah, als das ich sie mit einem Bolzen aus Holz hätte abschießen können. Gerade als ich einen weiteren Bolzen in die Armbrust einlegen wollte, erreichte mich der erste von der linken Seite. Ich ließ die Armbrust auf den Boden fallen und rammte dem Vampir den Bolzen, den ich hatte in die Sehne einspannen wollen direkt ins Herz. Tzzzz Vampire... hatte er nichts besseres auf Lager? Ich hatte unzählige Vampire vernichtet. Mein Schwert wieder gegriffen, wich ich zwei drei Schritte zurück und verlagerte mein Gewicht, auf mein rechtes Bein, damit ich einen sicheren Stand hatte und ließ die übrig gebliebenen zwei Blutsauger näher kommen.
Scheinbar hatten die zwei gut gefrühstückt, denn zunächst hatten sie auf jede meiner Attacken die passende Antwort. Erst als ich das Schwert fallen ließ und sie beherzt mit den Köfpen gegen einander schlug, gelang es mir, mir eine kurze Atempause zu verschaffen und einen mit einem weiteren Bolzen zu erledigen, den ich noch seitlich in der Tasche gehabt hatte, in Staub zu verwandeln. Unter normalen Umständen hätte sich der letzte Vampir spätestens jetzt zurück gezogen, aber da Jack sie zu kontrollieren schien, tat er das nicht. Nein er rannte gerade wegs in sein Verderben.... in meinen Pflock, den ich, aus dem Hosenbund gezogen hatte, bevor er mich zu Boden gerissen hatte. Gut, er rannte nicht, er fiel in sein Verderben.
Genervt richtete ich mich auf, sah mich nocheinmal um und konnte zumindest fürs Erste keine weiteren Vampire in meinem Umfeld ausmachen. „War das alles was du kannst? Ein paar Vampire?“ fragte ich dann, wieder an Jack gewand und lachte bitter auf. „Ich bin eine Jägerin du Idiot. Die Magie ist nur eine hübsche kleine Sonderausstattung.“ Das ich eine Jägerin war und Vampire alltägliche Gegner waren, die mir unter normalen Umständen keinerlei Schwierigkeiten bereiteten, hatte er sicherlich an meinem Kampfstil gesehen. Also brauchte ich daraus jetzt auch kein Geheimnis mehr machen. „Also! Was hast du mit Spike gemacht?“

@Jack Turner


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#78

RE: Höllenschlund auf dem Friedhof

in Dome is fallin/At least we must fight 25.07.2016 11:46
von Jack Turner | 442 Beiträge | 539 Punkte

klatscht dir mir hier so einen großen Post hin Na mal schauen, ob du das Echo verträgst  

Ich schüttelte abwertend den Kopf, als sie mir noch einmal offerierte, dass nicht sie diejenige in der Bedrängnis war, gleich mehrere 100 Meter in den Abgrund zu stürzen. Aber das wusste ich sehr wohl selbst. Doch es kümmerte mich nicht. So sicher fühlte ich mich. denn immerhin war ich noch voller Enthusiasmus und Tricks, wie sie es so schön nannte. Ganz schön traurig, wenn man so etwas als Trick bezeichnete. Anscheinend hatte ich sie noch lange nicht beeindrucken können. Mich konnte man auch nicht so leicht beeindrucken, aber bei ihr hätte ich es mir leichter vorgestellt. "Willst du mir jetzt weiß machen, dass ich Angst haben sollte? Was hast du schon alles in deinem Leben erlebt? Als Jägerin und Hexe? Und hätte dich so ein Abgrund beeindruckt?" fing ich an zu diskutieren. Meine Worte versprühten eine Leichtigkeit, als würde ich mich mit einem Drink auf einer Liege an Bord eines Großen Kreuzfahrtdampfers befinden.

Allein ihr Blick, als sie die Untoten sah, die immer näher aber noch recht langsam auf sie zu kamen. Wie ein Rudel Wölfe, die ihre Beute einkesselten. Es rang mir ein zufriedenes Schmunzeln ab, als es in ihrem Kopf langsam "klick" zu machen schien. Doch ich blieb noch immer völlig gelassen. Ich könnte sie jederzeit auf sie hetzen, egal wie ich es wollte, sie würden tun was ich sagten oder dachte. "Tja, man muss im Leben weiter kommen und wenn der Tod einen dabei unterstützt, warum nicht? Vielleicht solltest du weniger heilige Grundsätze vertreten?". Es dauerte nicht lange, da spürte ich ein leichtes ziehen und wurde von der Schwerkraft schon in Richtung Boden befördert. Mit einer Handbewegung aber, hatte ich mich an den rettenden Rand des Abgrundes gebracht. Dort lag ich kurz auf dem Bauch und sah zu der Jägerin/Hexe auf. Erst jetzt bekamen die Vampire mittels Telepathie den Befehl anzugreifen. Es war ein reines Schauspiel. Während ich ausstand beobachtete ich alles was Lex tat, wie sie die Vampire nacheinander vernichtete, als wäre sie in einer Art Computerspiel.
"Ich weiß was du bist Alexis...sonst wäre ich ja nicht hier oder?" Jetzt, als sie alle meiner gesteuerten Vampire umgebracht hatte, machte ich einen Schritt auf sie zu. "Alles, du bist ja lustig...Stell dir mal vor wie einfach es wäre, wenn du jeden Vampir steuern könntest...wenn kein Vampir mehr Unschuldige angreifen würde...wäre es das nicht wert?" redete ich weiter und machte noch einen Schritt. Wieder fragte sie nach Spike. Das lies mich noch einmal den Kopf schütteln. "Nein nein, das siehst du falsch. Ich habe Spike rein gar nichts getan. Das warst du. Kein Mensch kann diese Stadt verlassen. Sie sind den Dämonen hilflos ausgeliefert. Und deine paar Freunde können auch nichts mehr ausrichten..." Irgendwann würde sie aufgeben. Irgendwann hatte ich sie sicher an dem Punkt. Ich musste nur weiter reden. "Und Spike...ja...so lange wird er auch nicht mehr helfen. Er ist einem magischen Gift ausgesetzt...und es ist schon seit Stunden in seiner Blutbahn." ich musste grinsen, es war einfach nicht zu verhindern. "Apropos...er ist nicht der Einzige Infizierte. Es wurden noch andere Vampire infiziert. An deiner Stelle wäre ich jetzt noch mehr auf der Hut. Sie werden kurz vor ihrem Ableben am durstigsten sein." erklärte ich weiter. Dennoch hatte ich nicht all meine Informationen preis gegeben. Ich hatte schon den nächsten Schachzug geplant und das würde nicht so einfach werden, wie das mit den Vampiren. Nein, das würde sie auf eine emotionale Achterbahn schicken.

@Alexis Lacroix



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#79

RE: Höllenschlund auf dem Friedhof

in Dome is fallin/At least we must fight 31.07.2016 23:18
von Alexis Lacroix | 4.797 Beiträge | 6865 Punkte

Ich war erstaunt, dass er augenscheinlich so ruhig blieb, obwohl ich ihn über dem Abgrund baumeln ließ. Nichts schien Jack grad beeindrucken zu können und wenn ich ehrlich war, dann ärgerte mich das ungemein. Doch er konnte mich mit dem was er tat auch nicht besonders beeindrucken. Zumindest noch nicht. „Vielleicht solltest du das ja.“ gab ich trocken zurück, als er mich fragte, ob er Angst haben sollte. Was ich schon alles durch hatte? Mehr als genug, aber das würde ich ihm jetzt mit Sicherheit nicht auf seine eingebildete Nase binden. Denn das ging nur die Leute etwas an, mit denen ich es erlebt hatte. Diesen Möchtegern-Hexer hatte das einen feuchten Dreck zu interessieren.
Ja, im ersten Moment hatten mich die Vampire die er kontrollierte und gezielt auf mich hetzte sogar etwas beeindruckt. Aber nur für einen Moment, denn immerhin war ich eine Jägerin und das schon eine ganze Weile lang. Da war es doch wohl klar, dass mich ein paar Vampire, die mich angriffen, nicht sonderlich beeindruckten, oder vor eine unlösbare Aufgabe stellten. Doch sie sorgten dafür, dass ich ihn los lassen musste, um sie zu vernichten und so war meine Aufmerksamkeit eine Weile von ihm abgelenkt. Natürlich nutzte er die Gelegenheit und brachte sich zurück auf festen Boden.
„Ach komm schon... du willst mir doch nicht etwa weiß machen, dass es mir besser ginge, wenn ich mich der dunklen Seite der Macht anschließen würde... Was hat die schon zu bieten? Milch und Kekse? Wow... Ich bin beeindruckt. Lass dir was Besseres einfallen.“ konterte ich, als ich den letzten Vampir vernichtet hatte und meine Aufmerksamkeit wieder auf Jack richten konnte.
Er wusste was ich war? Glückwunsch. Das wusste ich auch. Und auch mit seinen nächsten Worten brachte er mich nicht wirklich in Versuchung, falls es das war, was er damit bezweckte. „Nein, dass überlass ich lieber dir. Denn ich weiß inzwischen, dass ich die Toten besser ruhen lassen sollte.“ ich versuchte ruhig zu bleiben und mich nicht auf seine zahlreichen Provokationen einzulassen, auch wenn ich ihm am liebsten physisch und auch gern auf magische Art und Weise. So ein schöner kleiner Maulkorb, der ihn davon abhalten würde, hier weiter so große Töne zu spucken. Aber wahrscheinlich würde er den mit einem lässigen Schulterzucken wieder abschütteln, also sparte ich mir meine Kräfte lieber auf, denn ich hatte so eine dunkle Vorahnung, dass ich sie zu einem späteren Zeitpunkt noch brauchen würde. So war es doch besser, ich verausgabte mich jetzt noch nicht total.
„Ich...“ ich deutete mit meiner Hand auf mich selber, „habe gar nichts gemacht.“ natürlich war das blanker Unsinn, denn mir dämmerte immer mehr, worauf er hinaus wollte und das beunruhigte mich mehr als ich nach außen zeigte. „Meine Freunde werden mehr tun können, als du dir vorstellen kannst.“ Ich glaubte Jack nicht ein Wort von dem was er sagte. Er ganz allein war es gewesen, der Spike das angetan hatte. So und nicht anders musste es sein. Das war es zumindest, was ich mir einredete. Jack sprach weiter und jedes seiner Worte, verursachte in meinem Inneren langsam aber sicher ein Gefühl von Panik. Panik davor, dass es doch alles meine Schuld war. Angst davor, wieder einmal eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, die meinen besten Freund und Lebensretter, sowie die Bewohner in Cleveland, in diese Apokalypse hineingestoßen zu haben. Aber... aber es konnte doch nicht sein oder? Es konnte doch nicht sein, dass ich immer alles falsch machte.
Und dann rückte Jack mit einer Information raus, die mich beinahe von den Socken geholt hätte. Ich schluckte und starrte ihn ungläubig an. Er war vergiftet worden? Wie? Das entzog sich meiner Vorstellungskraft. Einen Zauber, der vergiften könnte. „Vergiftet? Er und andere Vampire?“ harkte ich nach und konnte einen leicht nervösen Unterton in der Stimme nicht ganz unterdrücken. Wir hatten die Dämonen, die uns das Urböse entgegengeschleudert hatte, schon nur mit Mühe und Not zurück gedrängt. Da wir nur drei voll ausgebildete Jägerinnen waren, wenn man mich mitzählte, obwohl ich nie einen wirklichen Wächter gehabt hatte. Der Rest hatte aus jungen Jägerinnen bestanden, die nicht einmal die Hälfte ihrer Ausbildung absolviert hatten und so waren die Verluste in unseren Reihen hoch gewesen. Das Letzte was wir jetzt gebrauchen konnten, waren ausgehungerte, angriffslustige Vampire, die über Cleveland her fielen, zumal ein Entkommen aus der Stadt meiner Meinung nach nicht möglich war.
Trotzdem war es eine Information, die ich den anderen so schnell wie möglich den anderen mitteilen musste. Nur wie sollte ich sie erreichen? Das Einzige, was mir einfiel, was vielleicht klappen konnte, weil der Funk ja mal wieder ausfiel, war, wenn ich Destiny erreichen konnte und ihr mitteilte, was ich gerade erfahren hatte. Zumal Jack das, wenn ich es geschickt anstellte, nicht mitbekommen würde. °Tony....° ich lauschte in mich hinein und versuchte mich ganz auf meine Gedanken zu konzentrieren, während ein Teil meines Verstands weiter hin auf den Hexer gerichtet blieb. °Wenn du mich hören kannst.... Spike wurde von irgendwas vergiftet. Er wird gefährlich werden und einen immensen Blutdurst entwickeln, je weiter die Vergiftung fortschreitet und er ist nicht der Einzige, den es getroffen hat. Ich weiß nicht was ihn vergiftet hat, aber bleibt auf der Hut und lasst ihn nicht aus den Augen. Warnt auch die anderen, wenn ihr sie seht. Ich kümmere mich in der Zeit um Jack.°
„Hier sind viele Jägerinnen unterwegs, die alle schon mehr als einen Vampir vernichtet haben. Du glaubst doch wohl nicht wirklich, dass sie ein paar durstige Vampire aufhalten können oder?“ versuchte ich mich nach außen hin weiter ruhig zu geben, während ich innerlich immer mehr gegen die Angst ankämpfen musste, dass ich zu spät kam um Spike zu retten. Jetzt erklärte sich auch sein seltsames Verhalten des Vampirs mir gegenüber, als er sich von mir verabschiedet hatte. Er hatte es scheinbar schon vorher gewusst, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung war. War er etwa bereits da davon ausgegangen, dass wir uns nicht wieder sehen würden? „Wenn ich Spike nicht wohlbehalten wieder sehe, dann mach ich dich kalt!“ drohte ich ihm dann und in meinen Fingerspitzen begannen Blitze zu zucken. Er war wirklich kurz davor, mich dazu zu bringen, ihn bei lebendigem Leib zu grillen.

@Jack Turner


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#80

RE: Höllenschlund auf dem Friedhof

in Dome is fallin/At least we must fight 04.08.2016 13:06
von Jack Turner | 442 Beiträge | 539 Punkte

Es war ja schon fast rührend, wie sie von ihren Freunden sprach und wenn es mir nicht so furchtbar egal gewesen wäre, hätte es mich vielleicht sogar ein wenig gekümmert. Aber das Einzige, was mich an Alexis kümmerte, war ihre Zauberkraft, die ich mir so schnell wie möglich aneignen wollte. "Und wo sind deine Freunde jetzt, wo du sie brauchst? Verkriechen sich wahrscheinlich irgendwo und warten, dass es vorbei ist...dabei wird es nicht so schnell vorbei sein, wie ihr wohl gehofft habt. Das Virus wird sich rasend schnell verbreiten, wenn ihr es nicht in Schach haltet..." drohte ich. Aber so wusste sie wenigstens, dass es noch weniger Hoffnung für diese Stadt, nein sogar für die ganze Welt gab, als zuvor gedacht. "Dachtet ihr tatsächlich, dass es mit dem Tod von ein paar Dämonen gegessen ist?" wollte ich dann von der Jägerin wissen. Sie schien gerade so leichtgläubig, so naiv, aber das konnte auch ein Trick sein.
Ich bekam tatsächlich nicht mit, wie Lex versuchte Kontakt zu ihrer Frau aufzunehmen, dafür war ich selbst zu sehr mit etwas anderem beschäftigt. Die Vampire waren erst der Anfang gewesen. Wie wäre es jetzt mit Jägerinnenzombies, die nicht so einfach zu bekämpfen waren, wie die aus den Filmen? Immerhin war ich derjenige der sie steuerte, also würde ein Kopfschuss nur wenig Sinn machen. Jedenfalls bei den Leichen. Es war mir egal, wie unmoralisch es war, dass es die Ruhe der Toten störte... Gerade hatte hier auf dem Friedhof ein Kampf von Gut gegen Böse stattgefunden. Konnte man die Totenruhe noch mehr stören? Ich denke nicht. "Willow hat mich schon vor die gewarnt. Du bist stur...und selbstbewusst, aber...ich wette, es gibt eine Möglichkeit dich zu brechen..." Sie sollte flehen, mich um Vergebung bitten und vor mir knien. Ich hatte schon eine richtige Vorstellung in meinem Kopf. So sollte alles ablaufen.
"Die Frage ist, wie viel Zeit er noch hat. Vielleicht hast du ja noch Glück." redete ich weiter, als sie mir wegen ihrem Freund von Vampir drohte. Währenddessen erhoben sich hinter ihr schon die toten Glieder der jungen Mädchen, die diese Nacht ihr Leben für einen Kampf gelassen hatten, den sie meiner Meinung nach sowieso verloren hatten. Mit einem Schmunzeln auf meinen Zügen sah ich hinter Lex auf mein geschaffenes Werk. 9 Frauen, die sich jetzt noch einmal im Leben bewegten und am Ende dennoch in der Hölle schmoren würde. "Wenn du der Meinung bist, dass du keine Schuld an alle dem hier hast, dann erkläre das lieber den Mädchen, die du auf dem Gewissen hast Lex." Jetzt bedeutete ich ihr mit meinem Finger, dass sie sich umdrehen sollte. Vor ihr standen in einer Reihe die ehemaligen Jägerinnen. Aber anstatt sie körperlich auf sie zu hetzen, lies ich ihren Gefühlen freien Lauf. Sie redeten auf Lex ein, machten ihr Schuldgefühle, ein paar hatten noch nicht einmal verstanden, dass sie tot waren. Das würde ihr Ende bedeuten...das würde Lex nieder machen. Egal wie stark sie angeblich war, sie hatte mir ihre Schwächen schon lange offenbart.

@Alexis Lacroix



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#81

RE: Höllenschlund auf dem Friedhof

in Dome is fallin/At least we must fight 20.08.2016 12:54
von Alexis Lacroix | 4.797 Beiträge | 6865 Punkte

„Ich habe sie selber weg geschickt. Also versuch gar nicht mehr weiter, mir einzureden, dass meine Freunde mich im Stich lassen.“ Zugegeben, Jack jagte mir langsam echt Angst ein. Das mit dem Virus klang mehr als schräg und konnte sehr schnell außer Kontrolle geraten und zu allem Überfluss, kam von meiner Frau keinerlei Rückmeldung, ob sie mein gedankliches Memo erhalten hatte, oder nicht.
Meine Gedanken wanderten zu Spike. Man warum hatte er nur nichts gesagt? Warum musste dieser Sturkopf auch immer alles alleine machen? Dafür würde ich ihm am Liebsten in den Hintern treten und genau das würde ich auch machen, wenn ich ihn das nächste Mal sah. Ja, ich würde ihm gehörig die Meinung sagen. So ein verfluchter Idiot.
„Nein, das dachte ich nicht. Wahrscheinlich räuspert sich dein Big Boss gerade erst. Aber mal ehrlich... glaubst du wirklich du bist so wichtig für First, wie du gerade tust? Sobald du getan hast, für was auch immer du vorgesehen bist, bist du genau so am Arsch, wie der Rest von uns. Wetten?“ trotzt meiner Sorge um Spike und den Rest meiner Freunde, war ich noch immer nicht bereit klein bei zu geben, denn inzwischen wusste ich, wie viel ich aushalten konnte und das selbst der sichere Tod noch lange nicht das Ende war. Bis lang hatte ich aus allem einen Weg heraus gefunden und ich würde es auch dieses Mal wieder schaffen.
„Das du es überhaupt noch wagst, ihren Namen in den Mund zu nehmen!“ fuhr ich ihn an und mein Blick verfinsterte sich zusehend, durchzogen von einer Spur Schmerz. Nein. Er würde mich nicht brechen. Mit was denn? Damit, dass er versuchte mir ein Kotelett an die Backe zu quatschen? Da war ich von meinen Kunden im Tattoo-Studio und selbst von meiner Frau härteren Tobak gewöhnt. Mit seinem Süßholzgeraspel kam er also nicht weit. Dessen war ich mir ziemlich sicher. Ich hatte mit den Jahren gelernt, mich von so etwas mental abzugrenzen und es nicht zu nah an mich heran zu lassen. Vor allem in Situationen wie diesen. Ich musste versuchen, meine privaten Probleme und vor allem meine Gefühle hier komplett außen vor zu lassen. Hier musste ich Lex die Jägerin sein.
„Gosh hör doch endlich auf, mir ein Ohr abzukauen...“ langsam aber sicher kam ich an den Punkt, an dem ich einfach nur noch abschaltete und ihn reden ließ, ohne viel darauf zu geben, was für ein Gefasel aus seinem Mund kam und wie sagte man so schön? Hochmut kam vor dem Fall? Das würde Jacky-Boy auch noch zu spüren bekommen. Was während er auf mich einredete, hinter meinem Rücken vor sich ging, bekam ich nicht mit. Zumindest noch nicht. Erst als ich eine mir flüchtig bekannte Stimme hinter mir vernahm, fuhr ich herum und erstarrte noch in der Bewegung. Da standen sie... Neun junge Jägerinnen, die in dieser Apokalypse wohl ihren ersten richtigen Einsatz gehabt hatten und den Dämonen zum Opfer gefallen waren, standen auf einmal wieder auf ihren Beinen. Sie redeten auf mich ein und zunächst versuchte ich, auch von diesem zugegeben guten Schachzug von Jack, unbeeindruckt zu sein. Aber wie sie da vor mir standen... es zerrte wirklich an meinen Nerven. Das waren alles junge Mädchen gewesen... noch viel zu unerfahren, als das sie an diesem Kampf hätten teilnehmen dürfen und doch hatten Buffy, Faith, Spike und ich, sie auf Anweisung des Rats hier her geführt, mit dem Wissen, dass sie es nicht alle überleben würden... °In einem Krieg gibt es Opfer und es sind mehr Dämonen als Jägerinnen gefallen...° versuchte ich mir selber einzureden, aber das war nicht so einfach, erst recht nicht, wenn ich in ihre zum Teil vollkommen ahnungslosen Gesichter blickte... ihre im Moment ihres Todes gebrochenen Augen sah, die mich jetzt, so kam es mir vor hasserfüllt anstarrten. Was war wohl in ihren Köpfen vor sich gegangen, in dem Augenblick, in dem sie gestorben waren? Ich hoffte, dass keine von ihnen lange hatte leiden müssen.
Langsam wich ich zurück. Meine Augen noch immer auf die durch Jacks Magie wiederbelebten Körper gerichtet, von denen ich eigentlich genau wusste, dass es nichts weiter als leere Hüllen waren, die von dem Nekromanten, der beschlossen hatte, mir das Leben hier zur Hölle zu machen, kontrolliert und gesteuert wurden. Das waren nicht mehr die Mädchen, die gestorben waren. Aber verdammt, sie wirkten so unglaublich echt. Es war, als wären sie es wirklich, die zu mir sprachen und mir ein schlechtes Gewissen machten, so das ich mir fast schon wünschte, dass ich es gewesen war, die an ihrer Stelle auf dem kalten Friedhofsboden lag. „Nein... natürlich wollte ich nicht, dass eine von euch stirbt...“ stammelte ich, weiter zurück weichend. -Du hast uns einfach sterben lassen Lex- „Das stimmt nicht... ich … ich...“ was sollte ich sagen? Sie waren tot. Ich war nicht bei ihnen gewesen, weil ich für eine andere Aufgabe gebraucht worden war. Schließlich war ich die einzige Hexe, die an die Macht von Willow heran reichte. Und zu dem, war ich noch eine Jägerin. Sprich ich hatte auf mich aufpassen können, als ich die Schwerter, die ich zuvor mit einem Zauber belegt hatte, durch die Stadt auf den Friedhof gebracht hatte.
Ein Friedhof, der jetzt das Grab für neun weitere aus unseren Reihen war. Es musste aufhören. Ich musste einen Weg finden, all das zu beenden. Langsam aber sicher, fing ich an, den jungen Frauen zu glauben, die mir auf eindrucksvoll reale Weise eintrichterten, dass sie noch leben würden, wäre ich eher da gewesen.
Die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen, sank ich irgendwann am Rand des Kraters zusammen. Ich wollte nichts mehr hören und nichts mehr sehen. Hatte ich schon wieder versagt? Ich hatte Spike nicht beschützt, ich hatte Destiny fort geschickt und wenn ich Pech hatte, dann war auch sie jetzt mit diesem Virus befallen, dass sie langsam und qualvoll umbringen würde, genau so wie meinen besten Freund. „Hört auf... hört einfach auf...“
Ich wusste nicht, wie lange ich so in mich zurück gezogen dort gekauert hatte. Es konnten rein theoretisch mehrere Stunden, oder aber auch, was sicherlich wahrscheinlicher war, nur wenige Minuten vergangen sein. Konnte ich... würde... als ich mich langsam wieder auf meine Füße erhob und noch einmal in die Gesichter der Mädchen blickte, wusste ich, dass ich nur eine Möglichkeit hatte, dieses Horrorszenario zu beenden. Ich musste sie ins Licht schicken. Vielleicht hatte ich keinerlei Kontrolle über ihre Körper, aber ich konnte ihre Seelen erreichen. Wenn sie die Grenze erst einmal überquert hatten, dann waren sie vor Jack und seinem Teufelswerk in Sicherheit. Dann würde ihnen niemand mehr schaden können. Das war das Letzte, was ich noch für sie tun konnte, nach dem ich sie, so wie ich jetzt selber glaubte, im Stich gelassen hatte, als sie meine Führung und meinen Schutz am meisten gebraucht hätten. Fraglich blieb hierbei allerdings, ob ich das schaffen würde. Schließlich war ich ebenso eine Jägerin und die Quelle meiner Kraft, lag ja nicht unbedingt auf der hellen Seite. Aber versuchen wollte ich es, weshalb ich mich konzentrierte und anfing einen komplexen Zauber zu wirken, der die Jägerinnen, eine nach dem anderen in ein helles Licht einhüllte, bis sie schließlich wirklich als vollkommen leere Hüllen einige Meter von mir entfernt waren. Gegen Jacks Kontrolle über ihre Körper konnte ich nichts tun. Aber auf diese Art und Weise konnte ich mir jetzt wenigstens sicher sein, dass es nicht mehr sie selber waren, die mir Vorwürfe machten. „So und jetzt? Ihre Seelen sind frei.“ ich war erschöpft und bei weitem nicht mehr so selbstbewusst, wie ich es zuvor gewesen war, denn mit diesem Schachzug hatte er mir wirklich zugesetzt. Mehr als mir lieb war und es hatte mich viel von meiner Kraft gekostet, den Zauber zu wirken.

@Jack Turner


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#82

RE: Höllenschlund auf dem Friedhof

in Dome is fallin/At least we must fight 20.08.2016 15:52
von Jack Turner | 442 Beiträge | 539 Punkte

Amüsant, wie sie sich darüber lustig machte, dass ich angeblich nur Sprüche klopfen konnte, denn sie hatte ja keine Ahnung was passieren würde, wenn ich richtig los legte. Natürlich hatten auch meine Zauber mich Kraft gekostet. Aber ich hatte im Gegensatz zu ihr noch genug davon um meinen Plan zur Vollendung zu bringen. Wichtig war dabei nur, dass es nicht zu großen unvorhersehbaren Unterbrechungen kam. "Jede weitere Minute die verstreicht, werden immer mehr Vampire und Menschen infiziert." Ich legte meinen Kopf leicht schief und musterte sie auffällig. "Jede weitere Minute werden die infizierten Vampire mehr und mehr Hunger bekommen und elendig an dem Blut ersticken, was sie trinken!" Ja, ich fühlte mich gerade erhaben ihr gegenüber. Denn ich hatte schon einige gute Trümphe gespielt. Bei ihr hingegen war ich mir sicher, dass sie nichts in der Hinterhand hatte. "Ich weiß genau was ich tue und ich brauche das Urböse nicht, um das zu erreichen, was ich will Lex. Das ist der Unterschied zwischen uns. Ich komme auch ganz gut allein zurecht." So schmetterte ich ihre Worte von mir, als wäre es eine Unterhaltung über das Wetter gewesen. Was sie sagte, stimmte aber, nur war das nicht mehr wichtig. Sie war hier...Ich war hier... und das zählte, nichts weiter.

Es war ein wunderschöner Anblick, was ich mit meinen Kräften geschaffen hatte um Alexis psychisch noch mehr unter Druck zu setzen. Wie geplant waren die 9 jungen Frauen wie von Zauberhand wieder auferstanden und redeten auf Lex ein, bis diese nichts mehr zu erwidern hatte und am Rand des Höllenschlundes scheinbar aufgab. Es sah schon fast so aus, als sei der richtige Zeitpunkt für meinen fast letzten Schlag gekommen, aber gerade als ich auf sie zu ging, rappele sie sich dann doch wieder auf und bewirkte etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Es beeindruckte mich, was man mir für einen winzigen Augenblick auch deutlich ansehen konnte. Doch lange fackelte ich nicht und lies die Frauen alle auf der Stelle wieder umfallen. "Zugegeben, das war nicht schlecht. Aber damit ist es noch lange nicht beendet. Du wirst weiter darüber nachdenken...wirst weiterhin Zweifel haben, ob du das richtige getan hast. Vielleicht hast du ihre Seelen fort geschickt, aber es sind trotzdem viele junge Frauen für den Kampf gestorben...und du hast ihn ausgelöst." redete ich weiter auf sie ein um ihr gleich allen Wind aus den Segeln zu nehmen. Wenn sie nur wüsste, was die ganze Zeit hier war...was sie die ganze Zeit über nicht gesehen hatte.
In der Hoffnung, dass sie mich nicht sofort wieder angreifen würde, machte ich gemütlich ein paar Schritte vom Höllenschlund weg. "Ich denke, wir sind so weit." hallte es dann laut aus meinem Mund über den Friedhof, als hätten wir Zuschauer, die auch zu hören sollten. Mit einer Handbewegung hatte ich den Zauber aufgedeckt, der die ganze Zeit über etwas verhüllt hatte, das mitten auf dem Friedhof stand. Er hatte es so verhüllt, dass es auch nicht zu greifen gewesen war. Ein Sarg.
"Jeder sollte die Chance bekommen sich noch einmal zu verabschieden. Findest du nicht auch?" fragte ich überheblich und legte ein breites Grinsen dazu auf, während ich vor dem Sarg stehe blieb und kurz etwas murmelte. Daraufhin kamen Flammen rund um den Sarg aus dem Boden geschossen und verwandelten sich in kleine gleichgroß bleibende Feuer, die bis auf den Teil an dem man vor dem Sarg stand, um den Sarg gereiht waren. Man sollte ihn deutlich sehen. Darum ging es doch?
Ohne sie zu beachten, legte ich meine Hände auf den Sarg und meinen Kopf in den Nacken. Meine Augen waren dabei geschlossen. "Hmmm...ich liebe den Geruch von Zweifeln und Angst...Und du riechst so verführerisch danach." Es wirkte tatsächlich so, als sei das hier meine Wohlfühloase, als würde ich das alles hier doppelt und dreifach genießen. Ich war mir auch bewusst, dass ich niemals normal gewesen war, das Menschen schon seit meiner Kindheit Angst vor mir hatten. Und ich liebte es!
Erst jetzt drehte ich mich langsam um und machte die freie Stelle vor dem Sarg frei, indem ich mich zwei Schritte entfernte. "Willst du sie nicht ein letztes Mal sehen? Ihr erklären, was da schief gelaufen ist? Oder willst du ihre Seele...deine letzte Chance je wieder mit ihr zu reden, auch fort schicken?" Ob sie wusste, dass es Willows Sarg war? Dessen war ich mir nicht sicher, aber sie war doch ein halber Sherlock. Das hatte sie immerhin schon bewiesen. Und deswegen musste es einfach so sein. Ansonsten hatte ich auch viel Vergnügen daran, ihr zu erklären, wer in diesem Sarg seinen letzten Schlaf schlief.

@Alexis Lacroix



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#83

RE: Höllenschlund auf dem Friedhof

in Dome is fallin/At least we must fight 22.08.2016 21:53
von Alexis Lacroix | 4.797 Beiträge | 6865 Punkte

Es ging weiter, wie die Runden zuvor, er warf mir etwas hin und ich reagierte darauf. Aber dieser Brocken, den er mir hinwarf, der traf mich und erschütterte mich. Die Jägerinnen, die zuvor im Kampf gegen das Urböse und seine Dämonen gestorben waren, standen mit einem Mal wieder und bewegten sich langsam auf mich zu. Verdammt, wir waren hier doch nicht bei 'The Walking Dead' Das war wohl das Schlimmste, was er hatte tun können. Er spielte mit meinen Emotionen und wäre ich dazu im Stande gewesen, hätte ich mich bestimmt darüber gewundert, wie er auf meine größte Schwachstelle gestoßen war. Meiner Angst davor, dass wegen mir Menschen starben. Kein Wunder also, dass ich trotz aller Bemühungen, schließlich kapitulieren musste. Das war einfach zu viel für mich und meine schon stark ramponierten Nerven, die mehr als nur blank laden.
Trotzdem wäre ich nicht die, die ich war, wenn ich deswegen endgültig den Kopf in den Sand gesteckt hatte und so bildete sich in meinem Kopf ein Plan, den ich in die Tat umsetzte. Ich schickte ihre Seelen ins Licht und somit hatte Jack sein bestes Druckmittel, um mich klein zu halten verwirkt. Das was jetzt noch vor mir stand, waren die wirklich leeren körperlichen Hüllen der Jägerinnen. Ihre Seelen waren vor seinem Zugriff und seinen Zaubern in Sicherheit.
Aber gerade als ich ihre Hüllen entgültig wieder in die Erde zurück schicken wollte, in die sie gehörten, löste Jack seinen Zauber und sie fielen wie nasse Säcke in sich selbst zusammen und lagen wieder da, als hätten sie sich nie wieder erhoben.
Bei seiner Aussage, dass es noch immer nicht zu Ende war, zog ich skeptisch eine Augenbraue hoch. Was wollte er denn noch machen? Seine Chancen mich jetzt noch einzuschüchtern, waren schwindend gering, denn es gab nichts mehr, womit er Macht über mich erlangen, oder dazu zwingen konnte, die Füße still zu halten. Aber ich sollte mich irren. Und wie ich mich irren sollte. „Bist du jetzt endlich mal damit fertig? Deine Schuldzuweisungen funktionieren nicht mehr. Ich steh so oder so eher auf Rock, als auf öde schnöselige Ansprachen.“ warf ich ihm gerade noch großkotzig entgegen, ehe mir jedes weitere Wort im Halse stecken blieb, als ich sah, was sein scheinbar letzter Streich war. Mit starrem Gesichtsausdruck und urplötzlich eiskalten Händen und einem Klos im Hals, wanderte mein Blick bei den Worten des Hexers, in die Richtung, in die sein Blick wies.
Da stand ein Sarg...Für jeden anderen, wäre es ein ganz gewöhnlicher Sarg gewesen. Doch auf mich hatte er eine Anziehungskraft, die ich nicht in Worte kleiden konnte. Ich wusste von der ersten Sekunde an, in dem ich ihn entdeckt hatte, wessen Sarg das war und das beklemmende Gefühl aus Trauer, Wut und Angst, dass ich so lange Zeit nach Willows Tod gefühlt hatte, was zu meinem treuen Begleiter geworden war und mit der Zeit nur langsam wieder verschwunden. Erst abgelöst durch eine Melancholie, dann war da lange lange nur Leere gewesen und dann erst, hatte ich wieder angefangen zu leben. Oft mehr schlecht als Recht... eine Ewigkeit war ich immer auf dem Sprung gewesen, war nicht zur Ruhe gekommen. Doch auch das hatte ich hinter mir gelassen, hatte mich wortwörtlich aus dem Koma ins Leben zurück gekämpft und war jetzt endlich wieder soweit, dass ich von mir selber sagen konnte, dass ich glücklich war. Und das war es doch gewesen, was Willow sich für mich gewünscht hatte... das ich lebte, dass ich glücklich war. Und das tat ich inzwischen.
Und jetzt, wo ich es endlich geschafft hatte, da kehrten all die schlechten Gefühle, die Leere und das riesengroße Loch in meiner Brust, dass der Verlust von Willow damals gerissen hatte, mit einem Schlag zurück. Stärker als ich es für möglich gehalten hätte. Es riss mich fast von den Füßen und die Spannung, die meinen müden Körper aufrecht gehalten hatte, verschwand kurfristig, so dass ich in mir zusammen sackte, auch wenn ich stehen blieb.

Gebannt, geschockt und absolut fassungslos, beobachtete ich, wie jetzt Flammen aus dem Boden schossen, sich wie aus dem Nichts um den Sarg herum verteilten und ihn in ein seltsam flackerndes Zwielicht tauchten, was eine Atmosphäre schuf, die alles surreal erscheinen ließ.
„Nimm die Finger von ihr!“ zischte ich hervor, als Jack es wagte, seine Hände auf den Deckel von Willows Sarg zu legen und meine Hände, die bislang, wie meine Arme schlaff an meinen Seiten herunter gehangen hatten, ballten sich zu Fäusten. Er durfte sie nicht berühren und ihr Andenken entweihen. Er betrieb schwarze Magie, bediente sich an den Körpern der Toten, die in Frieden ruhen sollten.
Mit noch immer geballten Fäusten, trat ich langsam auf den Sarg zu, den Jack jetzt endlich los gelassen hatte, hielt immer wieder inne, um ungläubig zu dem weiß lackierten Sarg zu sehen, auf dem hier und da, Spuren von Erde zu sehen waren. „Willow...“ stieß ich leise, schmerzvoll hervor und Tränen sammelten sich in meinen Augen, als ich die letzten Meter bis zu ihrem Sarg zurück gelegt hatte. Da stand ich nun, den Blick fest auf den Deckel gerichtet und war unsicher darüber, was ich jetzt tun sollte. Was würde Willow von mir erwarten? Erwartete sie überhaupt irgendetwas? Unendlich langsam legte ich zärtlich meine Hände auf die glatte polierte Oberfläche und sank auf die Knie. Es war damals alles so schnell gegangen. Viel zu schnell, als das ich es hätte verhindern können. Wieder und wieder liefen die letzten Momente vor meinem inneren Auge ab und jagten Wellen von Schmerz und Trauer durch meinen Körper, dass ich zu zittern begann.
„Willow...“ wiederholte ich erneut, als ich meinen Tränen jetzt freien Lauf lief, schloss die Augen und schmiegte mein Gesicht seitlich an den kühlen Sarg. War es das? War das der Moment, den ich mir all die Jahre so sehr herbei gewünscht hatte? Meine Chance mich zu verabschieden? Es war mir egal, wie ihr Sarg all die Kilometer von Sunnydale hier her gekommen war. Ich blendete die Tatsache aus, dass der Sarg eigentlich gar nicht mehr existieren dürfte, weil die Stadt in Schutt und Asche lag und nichts außer einem riesigen, tiefen Krater davon übrig war. Ich ließ mich einfach in das Gefühl meiner Trauer um die rothaarige Hexe hinein sinken.
Der Friedhof um mich herum fing an, immer mehr zu verblassen, während ich gerade noch auf dem kalten Boden hockte, meine Handflächen weiterhin auf dem Sarg, als plötzlich eine Stimme neben mir erklang, die nicht hier her gehörte. Eine sanfte, weibliche Stimme, voller Liebe und Wärme. Ein Klang, den ich nie wieder zu hören geglaubt hatte. Nur sehr langsam ließ ich den Sarg los, stütze meine Hände irritiert drein blickend auf den Knien ab und kam langsam wieder in den Stand. Mit weichen Puddingbeinen und einem Herz, dessen Schläge bis in die äußersten Windungen meines Verstands spürbar waren. „Du... wie...“ noch immer liefen Tränen über mein Gesicht, verschmierten mein Make-Up und zeichneten grauschwarze Linien auf meine Züge, an den Stellen, an denen sich die salzigen kleinen Wassertropfen, ihren Weg über mein Gesicht gebahnt hatten, ehe sie hinunter auf den Boden fielen, oder in meiner Kleidung versickerten. Und langsam wechselte sich die Umgebung in der ich mich befand. War ich gerade noch auf dem Friedhof gewesen, sah ich aus den Augenwinkeln jetzt, die Umrisse ihres Zimmers, in dem wir damals in Sunnydale viel unserer Freizeit verbracht hatten.
Ungläubig streckte ich eine Hand aus, in dem festen Glauben, durch ihre Silhuette hindurch zu greifen, stieß aber auf unerwarteten Widerstand. Meine Hand lag an ihrem Oberarm. Mit in einer Mischung aus Schock und Erstauen geweiteten Augen, sah ich sie an. „Will....“ meine Stimme brach und erstarb, bevor ich ihren Namen komplett aussprechen konnte. Ihre Haut fühlte sich unter meinen vorsichtig tastenden Fingern noch immer so weich an, wie ich sie in Erinnerung hatte. Ihr Geruch, das Lächeln auf ihren Lippen... all das ließ sie viel zu real erscheinen. Aber das konnte sie doch nicht sein oder? Nach all den Jahren... Ihre Erscheinung wirkte anders, als die Kopie von ihr, in der mich das Urböse besucht hatte und mich dazu gebracht hatte, diesen schrecklichen Zauber zu sprechen. War ich wieder auf dem Holzweg? War es ein erneuter Trick von Jack und dem Urbösen, um mich endgültig zu zerstören? Ich wusste es nicht. Alles was ich wusste war, dass es sich zu echt anfühlte, als das ich dem Verlangen, sie ein letztes Mal in die Arme schließen zu können, widerstehen konnte. Ein Hauch von Frühlingsblumen stieg mir in die Nase, als meine Arme sich um sie schlossen, vorsichtig, sanft und zart, um sie nicht zu erdrücken, damit sie sich jeder Zeit von mir lösen konnte, barg mein Gesicht an ihrem Hals, so das ihre langen roten Haarsträhnen, meine Nasenspitze streiften. „Ich habs wieder verbockt...“ wisperte ich dicht an ihrem Ohr und war froh, dass unsere Blicke sich gerade nicht treffen konnten. Ich hätte ihm mit Sicherheit nicht standhalten können. Jack war vergessen. Die Apokalypse? Unwichtig. Ich durfte sie noch einmal halten. Konnte mit ihr sprechen und spürte, wie sich ihr Körper an meinen schmiegte, der nur langsam das unkontrollierte Zittern einstellte, dass mich zuvor noch geschüttelt hatte. Für diese paar Momente war alles andere was mich davor beschäftigt und fast um den Verstand gebracht hatte, nicht länger existent. „Ich dachte, ich sehe dich nie wieder...“ die Worte kamen etwas holprig über meine Lippen, noch immer war ich von ihrem Auftauchen schlichtweg überwältigt, mein Kopf wie leergefegt. „Ich wollte dich retten... ich habe es versucht Will. Ich habe es wirklich versucht.“ meine bebenden Lippen lagen dicht an ihrem Hals, als sie sich von mir löste und einen Schritt von mir zurück trat. Nur unsere Hände berührten sich noch, ihre, die meine hielten ruhig, meine erneut zitternd. War es das schon? Musste sie bereits wieder gehen? Plötzlich stieg Panik in mir hoch. NEIN ich hatte ihr doch noch lange nicht alles gesagt, was ich ihr noch sagen wollte.
-Lex... -
honig weich und samten klang ihre Stimme in meinen Ohren, trieb mir die Tränen erneut in die Augen und zauberte gleichzeitig ein Lächeln auf mein Gesicht und jagte wohlig schmerzhafte Schauer meinen Rücken hinunter. Halb lachen halb schluchzend sah ich zu ihr herüber. Abwartend, aufgeregt, traurig... ich wusste nicht, was ich zu erst und was ich zuletzt fühlen oder denken sollte. „Bitte sag nicht, dass du schon wieder gehen muss...“ Den Blick jetzt starr auf ihre Augen gerichtet, die mich gütig wie eh und je ansahen, wurde ich zunehmend nervöser, mit jedem Moment der verstrich, ohne das sie mir antwortete. Sie war doch gerade erst gekommen. Niemand konnte so grausam sein, sie mir jetzt schon wieder zu entreißen. „Will sag doch was.“ flehte ich, drückte ihre Hände mit meinen, umklammerte sie und ließ wieder locker.
-Etwas Zeit haben wir noch-
Aufatmen... Erleichterung machte sich in mir breit. Aber auch der Begriff etwas war so dehnbar wie das Wort Zeit an sich selber. Das wusste ich. Manchmal, da zog sich ein einziger Augenblick zäh wie ein Kaugummi und dann wiederum, rannte eine Stunde an einem vorbei, als wäre es nur ein Wimpernschlag. War es legitim, dass ich sie anflehen wollte, nie wieder zu gehen? Eigentlich hatte ich doch alles, was ich brauchte, was ich wollte, wonach ich mich gesehnt hatte. Ich hatte eine wundervolle Frau geheiratet, die ich über alles liebte und die mein Leben komplettierte. Wenn auch auf eine seltsam verrückte, zerstörerische Art und Weise. Warum warf es mich jetzt so aus der Bahn? War das normal, dass der Schmerz gemeinsam mit allem, was ich je für sie empfunden hatte so heftig zurück kam, dass ich glaubte, mein Körper, mein Verstand und meine Seele könnten es nicht mehr aushalten?
Wie sehr hatte ich sie vermisst, wie sehr hatte ich auf eine Chance gehofft, sie noch einmal zu sehen, mich verabschieden zu können? Nun, da sie vor mir stand, wusste ich nicht mehr, was ich sagen sollte. Mir fehlten die Worte, um auszudrücken, was in mir vor ging. „Es tut so gut, dich zu sehen...“
-Lex...-
unterbrach ihre Stimme mich und ihre Hand legte sich an meine Wange. Strich mit einer zärtlichen Bewegung eine Träne weg und ihre Augen schienen mich unablässig anzusehen. Wie früher schon, schien sie direkt in meine Seele blicken zu können. Willow hatte schon immer die Begabung gehabt, in mir zu lesen, wie in einem offenen Buch. Da waren keine Mauern gewesen, die ich schützend um mich hatte hoch ziehen müssen. Ich musste nicht viel sagen. Die Hexe wusste auch so, was in mir vor ging.
Immer noch standen wir voreinander. Wo auch immer ich mich gerade befand, ein Teil von mir, wollte hier nie wieder weg, während der andere Teil nur zu gut wusste, dass ich nicht würde hier bleiben können. Und das war gerade wohl der größte Wehmutstropfen, genau zu wissen, dass all das hier nur von kurzer Dauer sein würde. Sozusagen ein spätest Last Goodbye. „Kann es nicht einfach so bleiben, wie es jetzt ist?“ wollte ich leise von Willow wissen, selbst wenn ich die Antwort schon kannte. Es war eine der typischen Situationen, in denen man eine Lüge hören wollte, selbst wenn man zuvor schon wusste, dass die Aussage der anderen nicht die Wahrheit war.
-Du weißt, ich kann nicht ewig bleiben-
Ich nickte. Da war sie wieder die Traurigkeit, die mich einhüllte. Ja das wusste ich, auch wenn ich es nicht wahr haben wollte. Lieber wollte ich mich noch tiefer in diese Illusion sinken lassen. Von irgendwo unten konnte ich ein Gepolter hören und ich sah die Hexe, deren Gesicht auf einmal um einiges trauriger aussah, als noch wenige Momente zuvor. „Was ist los Willow?“ Ich griff nach ihrer Hand und zog sie zu mir heran. Wieder polterte es... ein Schrei. Was war da los? Etwas zog an mir. „Bleib hier. Ich geh nachschauen...“ nur schweren Herzens löste ich mich von ihr und ging zur Tür. Gerade als ich sie einen Spalt öffnen wollte, um mich durch den Spalt nach unten zu schleichen, hielt Willows Stimme mich sanft zurück.
-Tu dir das kein zweites Mal an...-
Kein zweites Mal? Verwirrt suchte mein Blick ihre braunen Augen. Was wollte sie mir damit sagen? War das eine Träne, die in ihren Augenwinkeln glänzte? „Hab keine Angst Will.. dieses Mal passe ich besser auf. Ich muss nur schneller...“
-Du kannst mich nicht retten Lex hör auf damit!-
„Aber wenn ich... „
-Kein Aber Lex. Du weißt es selber. Spiel nicht mit Leben und Tod. Du hast es mir versprochen-
hielt sie mich erneut zurück, dieses Mal energischer. Ein Klos bildete sich in meinem Hals. War das wirklich ihr Ernst? War das der Grund, aus dem ich hier war? Um ihr ein zweites Mal beim Sterben zu zu schauen?
-Du musst zurück Lex. Unsere Zeit ist um-
Ich schüttelte nur noch stumm den Kopf. Nein ich würde nicht gehen. Wollte nicht gehen. „Ich bleibe hier... hier bei dir.“ presste ich mit gedämpfter Stimme hervor, nur um einen liebevollen, aber gleichzeitig tadelnden Blick von ihr zu ernten. Wieder zog etwas an mir und ich fühlte mich auf einmal um einiges schwächer, als noch wenige Momente zuvor. „Willow was passiert mit mir?“ es fühlte
-Ich sagte doch, du musst zurück-
„Nein“
-Sei vernünftig Lex, du stirbst sonst-
Aber ich wollte nicht vernünftig sein. Ich war nie vernünftig und tat immer das Dümmste von dem was ich tun konnte. Das wusste sie doch.
-Lex geh jetzt! Lass mich los!-
Willows Stimme wurde eindringlicher, aber erneut schüttelte ich nur den Kopf, spürte einen stechenden Schmerz und sank zu Boden, den Blick hilflos und traurig auf die Hexe gerichtet, die sich jetzt zu mir herunter beugte und mein Gesicht in ihre Hände nahm.
-Hör mir jetzt gut zu Alexis. Dir bleiben nur noch wenige Momente Zeit. Du musst mich ins Licht schicken, so wie du es mit den Jägerinnen getan hast. Du darfst nicht zögern und keine Angst haben-
„Ich habe keine Angst..“ das war glatt gelogen und das wussten wir beide. Wie sollte ich sie gehen lassen, jetzt wo ich sie wieder gefunden hatte? Ich musste, ja das war mir klar. Aber das Loslassen fiel mir in diesem Moment so unendlich schwer. „Ich... ich liebe dich...“ stammelte ich, ehe ich ihr sanft eine Hand auf die Brust legte, an die Stelle, an der eigentlich ihr Herz hätte schlagen sollen. Ich führte den Zauber erneut durch, wieder liefen Tränen über mein Gesicht, als ich es tat.
-Und ich liebe dich-
„Geh in Frieden Willow...“ meine Stimme erstarb, ein letztes leises Flüstern, ein letzter Windhauch, der ihren nur zu vertrauten Geruch in meine Nase wehte, dann war es still um mich herum. Die Arme um meinen Oberkörper geschlungen, versuchte ich mir selber Halt und Trost gegeben und sagte mir immer wieder, dass es richtig gewesen war, sie endgültig los zu lassen. In meiner Welt war kein Platz mehr für sie. Und jetzt, jetzt konnte ich sicher sein, dass ihrer Seele nichts mehr zustoßen würde. Die Unsicherheit, hatte ein für alle Male ein Ende.
Und schon verblasste das Zimmer um mich herum, alles drehte sich und dann befand ich mich wieder auf dem Friedhof. Kalt, einsam, traurig, allein, nach Luft ringend, die Arme noch immer um mich selbst geschlungen. „Machs gut Willow...“ murmelte ich ein letztes leises Farwell und richtete meinen Blick kurz auf den Himmel, dann wieder auf denn Sarg, bevor es mir siedend heiß wieder wie Schuppen von den Augen fiel. Jack... er musste noch immer hier irgendwo sein.

@Jack Turner


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#84

RE: Höllenschlund auf dem Friedhof

in Dome is fallin/At least we must fight 04.09.2016 13:02
von Jack Turner | 442 Beiträge | 539 Punkte

Ich konnte nicht sehen, was Lex sah, aber ich wusste, dass es gerade ihr größter Wunsch war. Und es war mein Plan gewesen, dass es so für sie endet. Die Schuldgefühle und die Liebe zu ihrer verstorbenen Hexe hatten sie übermannt. Tränen rannen im Flackern des Feuers über ihre Wangen. Doch ihre Augen waren blass...richtig weiß. Als würde sie eine Vision haben. Für mich war die Chance gekommen. Womöglich meine letzte. Jetzt war es soweit. Ich musste nur noch zu schlagen. Und das tat ich. Ein böses Schmunzeln hatte sich auf meine Züge gestohlen, als ich meine Hände auf Lex´ ihre legte. Sie würde es nicht bemerken. Solange sie in ihrem Traum gefangen war, konnte ich sie schwächen und mir endlich die Kräfte holen, die mir zustanden. Wahrscheinlich würde Lex dabei sterben. Aber das war mir egal. Mir war alles egal...nur diese Macht nicht.
Schon kurz bevor unsere Hände sich berührten, war dazwischen eine Art Knistern, ein kleiner Blitz zu erkennen. Die Macht suchte sich ihren Weg. Sie wusste, zu wem sie gehörte. So empfand ich es jedenfalls.
Und als sie sich endlich berührten, war es wie ein Feuerwerk in mir. Ich zuckte kurz. Ich konnte sie schon spüren, die ultimative Macht, die alles in mir verändern sollte. Was ich dabei nicht einberechnet hatte war, dass ich auch ein Stück von Lex´ Seele in Begriff war, in mich aufzunehmen. Die Macht übertönte alles. Wellen aus Energie fuhren aus Lex Armen durch unsere Hände in meinen Körper. Sie wurde immer schwächer....Ein Bisschen noch...Dann war es geschafft. Ein kleines Stück noch.....

Dann brach die Verbindung ruckartig ab. Ich wurde förmlich zurück geschleudert und landete im feuchten Gras. "Nein!!!!" schrie ich aus, als ich begann mich wieder aufzurappeln. "Nein...Nein...nein!!!!" Ich stapfte auf die Jägerin zu, die geschwächt vor dem Sarg kauerte. Die Flammen waren erloschen. Gerade einen Meter vor ihr, blieb ich ruckartig stehen. Irgendetwas stimmte nicht. Mein Blick lag zwar wütend und verachtend auf ihr, aber es war mir nicht möglich ihr den endgültigen Gnadenstoß zu geben. Mein Brustkorb hob und senkte sich schnell. "Duuu...." Wie war das möglich?
"Das ist alles deine Schuld!" ich glaubte etwas zu fühlen. Etwas...irgendetwas...
Meine Hände schossen an meinen Kopf. "Was ist das???? Warum fühle ich das????". Ich hatte das Gefühl innerlich zu zerreißen. Ohne noch einen Schritt weiter gekommen zu sein, sank ich auf die Knie und schlug mir immer wieder gegen den Kopf. Es schien, als sei ich regelrecht verrückt geworden.

@Alexis Lacroix
wollte es noch nicht sofort beenden, das Play. Aber denke mal im nächsten Post von mir



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#85

RE: Höllenschlund auf dem Friedhof

in Dome is fallin/At least we must fight 04.09.2016 18:42
von Alexis Lacroix | 4.797 Beiträge | 6865 Punkte

Benommen und schwer atmend hockte ich noch immer auf dem kalten Friedhofsboden. Was war da gerade passiert? Wo war ich gewesen und wie konnte es sein, dass ich Willow gesehen hatte? Nicht nur gesehen. Ich hatte sie gespürt, gehört, gerochen. Sie war tatsächlich da gewesen. Noch immer stand ihr Sarg mitten auf dem Friedhof. Mein Kopf fühlte sich an, wie in Watte gepackt. Schwer und verwirrt. Ich fühlte mich schwach, mir war kalt. Ich fror von innen heraus und mein Körper zitterte noch immer ein wenig, als ich schließlich meinen Kopf hob und mich umsah. Ja, ich war wieder auf dem Friedhof in Cleveland, genau da, wo ich auch zuvor gekauert hatte, bevor ich sie gesehen hatte. "Willow..." flüsterte ich ein letztes Mal und schluckte die Tränen hinunter, die schon wieder versuchten, meine Wangen hinunter zu laufen. Doch ich ließ sie nicht. Hatte keine Zeit dafür, denn noch immer hatte ich das Gefühl, jemand würde an mir zerren, mich aussaugen und leer ziehen und dann, dann sah ich ihn. Jack. Was tat er da?
Er stand einige Meter von mir entfernt und fluchte. Schrie immer wieder nein. Was ich gemacht hatte? Rein gar nichts. Ich war doch gar nicht wirklich da gewesen, in den letzten Minuten, oder wie lang auch immer meine letzte Begegnung mit Willow gedauert hatte. "Ich?" traurig und gleichzeitig verwundert hob ich meinen Kopf und blickte den Hexer verwirrt an, der nicht einmal mehr halb so selbstbewusst und siegessicher wirkte, wie noch zuvor. Etwas stand in seinem Blick, was ich nicht so recht greifen konnte und er wirkte nicht minder verwirrt wie ich. Hatte er etwa alles mitbekommen, was ich erlebt hatte? Mein Treffen mit der rothaarigen Hexe? Nein, dass durfte nicht sein. Denn es waren meine Erinnerungen. Ganz allein meine und nur ich entschied, mit wem ich sie teilen wollte und mit wem nicht.
-Sag Buffy, Xander, Spike und Dawn, dass es mir gut geht. Das ich ok bin und denk an das, was du mir damals versprochen hast-
vernahm ich ein letztes Mal die leise sanfte Stimme in meinen Gedanken und ich nickte, wobei sich ein Lächeln auf meinen Lippen bildete. Ja. Sie war es gewesen. Für wenige Momente hatte Willow einen Weg zu mir zurück gefunden. Momente, aus denen ich lange Zeit Kraft und Stärke ziehen würde. Kraft, die ich jetzt so dringend brauchte. Meine Frau und meine Freunde waren nicht da. Sie mussten in der Stadt selber nach dem Rechten sehen und würden mir hier ohnehin nicht wirklich viel helfen können. Das hier schien wieder einer der Kämpfe zu sein, die nur ich alleine austragen konnte. Gegen Jack und auch gegen mich selber. Dagegen, mich in alte Muster zurück fallen zu lassen.
"Ich? Ich habe nichts gemacht." langsam aber sicher fing ich mich wieder und stand auf, in dem ich mich auf den Sarg abstützte, der jetzt nicht mehr so viel Schrecken für mich bedeutete, wie als er aufgetaucht war. Im Gegenteil. Es war ein Zeichen dafür, dass Willow immer ein Teil von mir sein würde. Egal wohin mich mein Weg führen würde. Und eines Tages, da war ich mir jetzt sicher, würde ich sie wiedersehen. Ob sie wieder bei Tara war? Ihrer ersten großen Liebe? Vielleicht und ich wünschte es ihr. Ich wünschte ihr jemanden, mit dem sie die Zeit dort oben im Himmel und ich war mir sicher, dass sie jetzt dort war, verbringen konnte, der ihr so viel bedeutete, wie sie mir bedeutet hatte. Sie war eine große Liebe gewesen, aber nicht meine erste und auch nicht meine letzte.
"Die Frage sollte lauten... Was hast du gemacht?" Ich stand jetzt wieder aufrecht und ließ mit einer Handbewegung den Sarg wieder an den Ort verschwinden, an den er gehörte. Zurück in die Trümmer von Sunnydale. Heute Nacht war schon genug in den normalen Lauf der Welt eingegriffen worden. Und dann fiel es mir auf einmal wie Schuppen von den Augen. Als Jack mich fragte, warum er das fühlte. Er hatte versucht, an meine Kräfte zu kommen. Deshalb fühlte ich mich so wackelig und unsicher auf den Beinen. °Danke Willow...° sie hatte mich gerade noch rechtzeitig zurück geschickt, damit es ihm nicht gelang, mir meine Magie vollständig zu entreißen. "Oh hat da jemand auf einmal Gefühle? Na tuts weh?" richtig so. Er sollte ruhig leiden, denn das war es ja auch, was er sich scheinbar für mich gewünscht hatte. "Weißt du... vielleicht solltest du langsam mal lernen, dich nicht an Zauber zu begeben, die dich überfordern. Oder hat dir noch nie jemand erklärt, dass dir die Magie nichts ohne eine Gegenleistung gibst. Du willst meine Kräfte haben? Willows Macht? Die Macht einer der mächtigsten Hexen, die für das Gute gekämpft haben?" fast war ich versucht zu lachen, denn jetzt war er das kleine Häufchen Elend. "Also wirklich Jack. Hat dir keiner gesagt, dass der Preis für einen solchen Zauber hoch ist und das du immer einen Teil dessen mit in dich aufnimmst, dem diese Kräfte entspringen? Willow war der gütigste Mensch auf Erden, den ich je gekannt habe. Und sie hat immer auf mich aufgepasst. Sowie auch heute Nacht. Was du da fühlst, dass ist Schmerz. Mein Schmerz und meine Trauer um sie." erklärte ich weiter und war jetzt mehr als nur froh, dass Willow stets darauf bestanden hatte, dass ich die Magie nicht für meine eigenen Zwecke missbrauchte, auch wenn ich sicherlich hier und da immer mal einen Zauber nur so zum Spaß gesprochen hatte, oder um mir den Alltag ein wenig zu erleichtern. Aber nie hatte ich versucht, damit anderen wirklich zu schaden, außer mir war keine andere Möglichkeit geblieben und so wie es jetzt schien, durfte Jack gerade den Preis dafür zahlen, dass er versucht hatte, sich persönlich zu bereichern.
"Gib mir meine Zauberkraft zurück. Vielleicht haben die Mächte dann ein wenig Erbarmen mit dir." schlug ich ihm vor, auch wenn ich nicht wusste, ob er darauf wirklich eingehen würde, oder ob er nicht doch eher noch einen weiteren Versuch starten würde, doch noch an meine gesamte Kraft als Hexe zu gelangen. Eigentlich sollte ich ihn jetzt und sofort unangespitzt in den Boden rammen, oder in den Abgrund stürzen, über den ich ihn vorhin noch hatte baumeln lassen, aber irgendwie konnte ich es nicht, denn er tat mir etwas leid. Er war selber nur benutzt worden. Da war ich mir ziemlich sicher.

@Jack Turner


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#86

RE: Höllenschlund auf dem Friedhof

in Dome is fallin/At least we must fight 07.09.2016 23:24
von Jack Turner | 442 Beiträge | 539 Punkte

Natürlich höhnte sie mich jetzt. Natürlich nutzte sie die Gunst der Stunde um sich jetzt an mir zu rächen. Sie wusste es nicht, aber diese Schwäche, die diese widerlichen Gefühle gerade in mir auslösten, die kannte ich nicht. Noch nie hatte ich mich so stark und schwach zur selben Zeit gefühlt. Ich war schlicht und ergreifend überwältigt. Überwältigt von der Kraft und den Gefühlen, die mich zu übermannen versuchten. Ich merkte, dass sie mir näher kam, während ich auf dem Boden hockte und keuchte. Ich spürte, wie etwas warmes flüssiges sich seinen Weg aus aus meinem Mund bahnte. Es tropfte auf das Gras und ich konnte nur im seichten Schein der Laternen erkennen, dass es kein Blut war. Es war eine schwarze zähe Masse.
Immer wieder versuchte ich es auszuspucken, als es sich in meinem Mund sammelte. Mein Würgereflex hatte schon eingesetzt und ich konnte es nicht vermeiden, mich zu übergeben. Ein paar Momente später schien sich mein Zustand wieder ein wenig zu bessern. Mittels meines Jackenärmels wischte ich die schwarze Brühe, die noch an meinem Mund klebte ab. Dann erst zeigte ich eine Reaktion auf die Jägerin und sah auf. Doch meine Augen sahen nicht aus wie zuvor. Sie hatten sich in ein tiefes Schwarz gefärbt, als sei von Menschlichkeit rein gar nichts mehr in mir.
Langsam richtete auch ich mich jetzt auf. Es musste bedrohlich wirken, denn noch immer hatte ich kein Wort gesagt. "Dein Genick brechen, wäre einfacher." kam es düster aus den Tiefen meiner Kehle hervor. "Dieser Rückschlag wird mich nicht aufhalten. Was willst du jetzt noch gegen mich ausrichten?". Noch immer war diese Welle an Gefühlen in mir, doch ich nutzte meine neu gewonnene Macht dazu, diese wenigstens augenscheinlich verschwinden zu lassen. Es war wohl das Schwierigste, was ich je hatte tun müssen. Und mir ging es nicht gut. Mein gesamter Körper schien sich zu verändern. Mir war noch immer schlecht und ich merkte auch, dass etwas in mir versuchte sich zu wehren, als würden mir diese Kräfte nicht zustehen. Doch all das ignorierte ich. "Du hast diesen Kampf vielleicht noch gewonnen, aber die Schlacht wirst du verlieren..." drohte ich weiter. Ich wollte noch immer nicht aufgeben, auch wenn ich nicht wusste, was ich noch tun konnte. "Was hast du noch im Leben, dass dich so darin hält? Warum lässt du dich nicht einfach von deinem traurigen Dasein erlösen?" wollte ich wenigstens noch wissen. Keinen Zentimeter hatte ich mich von der Stelle bewegt.

@Alexis Lacroix
kannst doch nochmal



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#87

RE: Höllenschlund auf dem Friedhof

in Dome is fallin/At least we must fight 24.09.2016 12:21
von Alexis Lacroix | 4.797 Beiträge | 6865 Punkte

Mit angewidertem Gesichtsausdruck lag mein Blick auf Jack, der eine seltsame dunkle und zähflüssige Masse hervor würgte. Irrgghhh, ich wollte jetzt sicherlich nicht mit ihm tauschen. Das sah mehr als ekelhaft und unangenehm aus. Aber wer mit den dunklen Mächten spielte, der musste auch den Preis bezahlen. Er hätte eben vorher daran denken müssen, das er auch mit Magie nichts bekam, ohne die Gegenleistung dafür zu erbringen. Wie auch immer diese aussehen mochte. Willow hatte mir damals erzählt, dass sie bei dem Zauber, mit dem sie Buffy zurück ins Leben geholt hatten, eine lebendige Schlange ausgewürgt hatte. Allein bei dem Gedanken daran, schüttelte es mich.
Als mich der Hexer schließlich aus komplett schwarzen Augen anschaute, lief eine unangenehme Gänsehaut über meinen ganzen Körper. Das war gruseliger, als alles andere zuvor. Gegen diesen Blick waren selbst die jungen Jägerinnen, die er kurzfristig wieder zum Leben erweckt hatte, nichts. „Mir das Genick brechen? Ich bezweifel, dass du auch nur im Ansatz nahe genug an mich heran kommen könntest, um einen ernst gemeinten Versuch zu starten. Sieh es doch einfach ein Jack. Du hast keine Macht über mich.“ Nein, die hatte er nicht. Denn ich, da war ich mir jetzt vollkommen und unumstößlich sicher, wurde beschützt. Jemand hielt schützend die Hand über mich und trug dafür Sorge, dass ich diesen Kampf unbeschadet überstehen würde. Was ich noch gegen ihn ausrichten wollte? Nun, das würde er schon merken. Obwohl, musste ich überhaupt noch etwas gegen ihn unternehmen? Willows stärksten Charakterzüge, die zum Teil auf mich übergegangen waren, als sie mir ihre Kräfte übertragen hatte, schienen nun auch den Hexer zu beeinflussen.
„Nein. Das werde ich nicht. Und weißt du auch warum? Ich muss die Schlacht nicht mehr gewinnen. Das erledigst du vollkommen für mich. Was glaubst du, wie lange es dir gelingen wird, die Magie, die du mir entzogen hast, zu kontrollieren? Du kannst es nicht. Es wird dich zerreißen und zerbrechen, weil es nicht deine Kräfte sind. Sie gehören zu mir.“ woher die Ruhe kam, die mich gerade erfüllte? Ich wusste es nicht, aber sie war da. Es war da, dieses Gefühl, dass nichts und niemand an mich heran kommen würde, oder mich verletzen könnte. „Ich habe alles was ich brauche. Mich selber, meine Freunde und eine Frau die mich liebt. Und eine verdammt mächtige Hexe, die immer über mich wachen wird. Was hast du dagegen zu setzten? Deine gestohlene Kraft?“

@Jack Turner


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#88

RE: Höllenschlund auf dem Friedhof

in Dome is fallin/At least we must fight 01.10.2016 15:19
von Jack Turner | 442 Beiträge | 539 Punkte

Ich war mir sicher, dass ich Furcht in ihren Augen sehen konnte, als ich aufblickte und meine Augen mit Schwarz erfüllt waren. Noch immer hoffte ich, dass ich alles in den Griff bekommen würde. Noch immer wollte ich nicht wirklich wahr haben, dass die Magie mich zerstören konnte. Jahrelang hatte sie mir das gegeben, was ich wollte. Macht und andere Dinge, die zum leben notwendig waren. Wieso sollte mir die Magie jetzt so in den Rücken fallen? Wieso wollte sie mich nicht? Noch nie hatte ich Magie erlebt, die so eigensinnig zu sein schien. Die selbst ihren Wirt aussuchen wollte. Aber ich wusste, dass es möglich war. Vielleicht hatte ich auch einen Fehler beim Zauber gemacht, oder es lag daran, dass ich es wieder nicht geschafft hatte, ihn bis zum Ende durch zu führen. Es waren womöglich viele Faktoren, die meinen elenden Zustand herbei gerufen haben könnten.
Aber jetzt, wo ich endlich so nah am Ziel war, würde ich sicher nicht klein bei geben. Andere würden es vielleicht als dumm bezeichnen. Ich jedoch, gab mir noch eine Chance.
"Ich muss dich dazu nicht berühren...Ich denke, das weißt du aber schon." gab ich pampig zurück, noch immer beschäftigt mit dem Kampf, der in mir tobte. "Paperlapap...diese Kräfte stehen mir zu!" schrie ich keuchend. "Ich habe jahrlang darauf hingearbeitet und sie gesucht. Ich habe sie verdammt nochmal verdient!!!". Wenn sie wüsste, wie viele Menschen dadurch ihr Leben gelassen hatten, würde sie sich ihr Grinsen schon aus dem Gesicht wischen.
Dann begann sie aufzuzählen, was sie alles hatte. Aber warum erzählte sie mir das? Ich brauchte so etwas nicht. Hatte ich nie, werde ich nie. Dieser festen Überzeugung war ich. "Oh...willst du euch jetzt als kleine Familie bezeichnen? Ich habe meine gesamte Familie eigenhändig ermordet...und duuuu...bist auf dem besten Weg, das Gleiche zu tun Lex...Gegen das Böse kommt niemand an. Und es steckt in dir...irgendwo in deinem noch schlagenden Herzen. Du weißt es...ich habe es gesehen. Also mach mir nichts vor.." Noch einmal beugte ich mich nach vorn und spuckte auf den Boden, dann machte ich ein paar holprige Schritte rückwärts. "Das wird sicher nicht das letzte Mal sein, dass wir uns sehen Lacroix." Auch wenn ich ziemlich angeschlagen war, hatte ich doch noch immr ein paar kleine Tricks drauf. Und so lies ich es so aussehen, als ob ich plötzlich in der Dunkelheit verschwand. Eine reine Illusion. Kraftsparend, aber effektiv.

tbc: ?
@Alexis Lacroix



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