#16

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 26.07.2016 16:18
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

Ich schnaubte einmal leise, ehe ich ihr auf ihre Frage antwortete. "In deiner Wohnung müsstest du ziemlich sicher sein. Immerhin warst du das bis jetzt auch und wenn Kyle einer von Denen ist, dann solltest du ihn fragen, ob er zu dir kommt und aufpasst.". Es fiel mir unheimlich schwer ihr das vor zu schlagen. Ich wollte weder, dass ein Kyle hier herum spazierte, noch ein Thomas oder was weiß ich. Aber ja, wenn ich gehen wollte, musste ich sicher sein, dass ihr nichts passierte. Plötzlich kramte ich etwas aus meiner Hosentasche und drückte ihr es in der Dunkelheit in die Hand. "Hier ist übrigens dein Handy, vielleicht kannst du die Nummern noch retten." Ich redete recht emotionslos. Jetzt konnte sie es gern wieder haben. Die falschen Leute wussten ja schon, wo ich wohnte. Von daher war es jetzt egal.
"Ich kann mir denken, was euch angegriffen hat, aber sicher bin ich nicht. Ich kenne auch nicht alles, was hier rum läuft." Immer weiter entfernte ich mich von ihr. Nicht räumlich, sondern emotional. Ich bereitete mich schon darauf vor, die Tür gleich zu öffnen und in einem Satz verschwunden zu sein. Ihre nächsten Worte verwunderten mich ein wenig. Ich hätte sie einfach sterben lassen sollen? "Wow, du bist ja furchtbar dankbar. Was ist dein problem Lia?" In diesem Moment machte sie kehrt und lies sich aufs Bett fallen. Doch ich, ich blieb dort wo ich war. "Ich bin eines der Monster, vor denen du dich schützen sollst! Du verlangst von mir, dass ich hier bleibe und auf dich aufpasse...aber ich bin doch einer von ihnen. Ich bin ein Monster!" Ich war wütend und gestikulierte wild herum, auch wenn man es nicht sehen konnte. "Ich liebe das was ich bin...genau deshalb habe ich dich damals verlassen...niemals könnte ich das Leben eines...eines Sterblichen führen!" So, reichte ihr das? Würde sie mich jetzt endlich so sehr hassen, dass sie mich gehen lies? Es musste weh tun, aber es war auch die Wahrheit.

@Liana Dearing


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#17

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 27.07.2016 12:08
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

Das Handy, das Luke ihr wieder gab, interessierte Lia gerade nicht im geringsten. Achtlos warf sie das Handy neben sich aufs Bett, als sie sich darauf fallen ließ. "Was mein Problem ist?" schluchzte sie halb ins Kissen. "DU bist mein Problem!" sie war wütend geworden und hatte sich wieder aufgesetzt. "Luke du verdammter Idiot!" rief sie und stand auf. Etwas wackelig, weil es noch immer stock finster war. "Ich hab dich geliebt. Mehr als mein eigenes Leben. Dann hast du mich verlassen und jetzt.. jetzt muss ich feststellen, dass du Menschen tötest!" sie sah finster in die Dunkelheit. "Und trotzdem hast du mich nicht getötet. Und mich eben gerettet, mit deinem komischen Bluttrick! Was soll ich denn denken. Was soll ich fühlen?" fragte sie und wischte energisch ihre Tränen weg. "Ich weiß ich muss Angst vor dir haben. Und das habe ich auch - furchtbar. Aber auch irgendwie wieder nicht. Denn wenn du hier so vor mir stehst. Dann bist du immer noch Luke. Immer noch der Mann, den ich einst kannte!" sie war frustriert und ließ sich aufs Bett sinken. Sie saß da und starrte in Lukes Richtung. Sie wusste nicht, was sie noch sagen sollte. Geschweige denn, was sie fühlen sollte. SIe war vollkommen durcheinander und völlig erschöpft.

Als Luke ihr erklärte, dass er dieses Leben liebte. Dass er gerne so war. Und dass er nicht wie ein sterblicher leben wollte, versetzte Liliana einen Stich. °Aber du hast schon einmal so gelebt..° dachte sie und kämpfte gegen die Kopfschmerzen an, die sich nun in ihrem Kopf bildeten. Sie rieb sich einmal über die Stirn und seufzte. "Dann.. solltest du wohl wirklich besser gehen!" sagte sie resignierend und schloss die Augen. "Verschwinde einfach, wenn es für dich so eine Qual ist, hier mit deiner EXFREUNDIN zu sitzen!" sagte sie bitter und betonte dabei das Wort ExFreudin. Sie wollte nicht so doof sein.. oder so sprunghaft. Doch für sie war das alles sehr sehr schwer zu begreifen. Vielleicht hatte er recht. Vielleicht sollte sie sich auch vor ihm schützen. Immerhin konnte niemand sagen, ob er ihr nicht auch einfach eines Tages die Kehle rausreißen würde. Bei dem Gedanken lief Lia ein Schauer über den Rücken. Sie schluckte schwer. Dann ließ sie sich nach hinten fallen und seufzte noch einmal. "Ich bin einfach so... müde!" sagte sie leise. Sie wollte jetzt nicht mehr darüber nachdenken. Sie wollte das Luke blieb. Aber er war ein Sturkopf -wie damals. Und Lia hatte nicht die Kraft einen unermüdlichen Kampf mit ihm auszutragen. "Du hast mich an den Regen erinnert..." sagte sie leise die Augen geschlossen und unheimlich erschöpft. "Erinner dich selbst an den Regen. Und sag mir, dass es sich nicht wie Leben angefühlt hat. Sag mir, dass du es nicht gemocht hast, an meiner Seite dort im Regen zu stehen. Und dann geh!" sagte sie leise, ließ den Kopf zu Seite kippen und kämpfte darum noch einen Moment länger wach zu bleiben. Sie war so müde.

@Luke Blackhawk


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#18

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 27.07.2016 14:58
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

Ich konnte deutlich eine der Bettfedern leicht nach oben springen hören, als sie wieder vom Bett aufstand. Und dann kam das echo. Doch auch das hatte ich schon erwartet. Lia konnte unheimlich dramatisch werden. Gut, vielleicht hatte sie dieses Mal auch einen driftigen Grund dafür, aber mir war es zum Glück möglich das weitesgehend zu ignorieren. Auch wenn es dieses Mal ein wenig anders war als damals. Ich musste kurz auflachen. "Komischer Bluttrick?" fragte ich noch einmal nach um zu betonen, wie lustig ich diese Aussage fand. Wenn ich jetzt das Arschloch mimte, würde sie mich vielleicht in Ruhe lassen. Auch wenn es mir alles andere als leicht fiel. Als sie aber von mir redete, dass sie immer noch den Mann sah, den sie eins geliebt hatte, ging mein Blick zu Boden. Ich verschränkte die Arme vor der Bust und schluckte. Das alles bekam sie zum Glück nicht mit, denn es war zu dunkel, als dass sie es sehen konnte. "Ich war nie dieser Mann." sagte ich nun ruhig und sah wieder zu der brünetten jungen Frau auf, die gerade vollr Hoffnung schien, die ich jetzt zunichte machen würde. "Du hast mich nie wirklich gekannt und das müsstest du sehen...Ich meine, du hast es gesehen. Das war ich und ja, ich habe Menschen getötet...Wieso also...lass es einfach, okay?" Es war nicht gerade einfach ihr das auf diesem Wege beizubringen, aber anders würde sie es wohl nicht verstehen.

Ich hatte schon einmal so gelebt. Ja, das stimmte, aber sie kannte die Hintergründe doch nicht. "Das war alles nur wegen dir Lia. Ich habe dir etwas vorgespielt, was ich nicht war. Und ich werde auch nie wieder ein Mensch sein. Das ist unmöglich." schmiss ich ihr die Fakten auf den Tisch. Als sie dann wieder sagte, ich solle doch gehen, erhob ich ergebend die Arme. "Danke, genau das sollte ich tun.." Ich konnte den leichten Hauch an Sarkasmus in meinen Worten nicht vermeiden. "Ja, genau, deswegen heißt es Ex...weil es Vergangenheit ist." betonte ich jetzt auch, nur um den "Streit" noch mehr zu schüren. Noch stand ich da, wo ich die ganze Zeit gestanden hatte. Ich hatte mich keinen Zentimeter von der Stelle gerührt und lauschte ihren leiser werdenen Worten. Sie hatte sich wieder hingelegt und schien endlich zu resignieren. Aber ihre Worte sorgten dafür, dass auch ich nachdenklich wurde. Ja, es hatte sich angefühlt, als würde ich wieder leben. Als würde mein totes Herz wieder schlagen....als wäre wieder alles möglich. Aber ich liebte dieses Leben, dass ich jetzt seit 400 Jahren führte. Ich vermisste die Sonne kaum. Und diese Frau hatte mir ein Stück meines Lebens zurück gegeben. Die Einzige, die es je gekonnt hatte. Innerhalb einer Millisekunde stand ich an ihrem Bett. Es war höchstens ein kleiner Lufthauch, der mich verraten konnte. Ich sah zu ihr herab. "Du solltest jetzt schlafen..." war alles, was ich nun leise von mir gab. Dann ging ich zur Tür, öffnete und schloss sie wieder. Sie sollte denken, dass ich gegangen war. So leise wie ich hier wandeln konnte, bemerkte sie gar nicht, dass ich mich in einen Sessel gesetzt hatte, der in der Ecke des Schlafzimmers stand. Dort wachte ich in der sicheren Dunkelheit. Ihr Herzschlag wurde schnell ruhiger und auch ihre Atmung flacher. Sie war eingeschlafen. Und ich blieb hier sitzen, bis ich wusste, dass sie sicher war.

@Liana Dearing


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#19

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 27.07.2016 17:24
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

"Das heißt also, es war alles nicht echt?" fragte Liliana vom Bett her an Luke gewandt. Sie konnte es nicht fassen. "Was war ich? Deine dummes kleines Spielzeug? Eine nette Ablenkung in deinen 300 Jahren? Oder 400? Oder 500?" fragte sie und kämpte gegen die Tränen an, die sich erneut ihren Weg bahnen wollten. Sie konnte einfach nicht glauben, dass sie sich so in ihm getäuscht hatte, damals - als sie ihn noch geliebt hatte. "Ja.. du hast recht. Es ist Vergangenheit!" erhob sie ihre Stimme noch einmal. Sie wollte das er verschwand. Es tat einfach zu sehr weh, zu erfahren, dass sie NICHTS für ihn war. Nichts damals. Und nichts heute. Warum also, sollte sie Gefühle für jemanden erneut erwecken, der sie nur benutzt hatte?

Sie drehte sich in der Dunkelheit auf ihrem Bett auf die Seite. Sie rang um Fassung. Wollte nicht völlig vor ihm in Tränen ausbrechen. Er würde es ohnehin nicht verstehen. Sie hatte ihm gesagt er sollte verschwinden. Genauso wie sie ihm gesagt hatte, dass er bleiben sollte. Liana war so durcheinander, dass sie keine Wort mehr hervor brachte. Auch nicht, als sie einen Luftzug spürte und Lukes Stimme dann viel näher neben ihr sagte, dass sie schlafen wollte. Sie hielt den Atem an. Kurz davor in Tränen auszubrechen und ihn anzuschreien. Doch sie hielt sich zurück. Hielt sich zurück, bis sie einen erneuten Luftzug spürte und dann die Tür hörte - er war gegangen.

Sofort konnte Lia keinerlei Stärke mehr zeigen. Sie brach in Tränen aus und krümmte sich auf ihrem Bett zusammen. "Du blöder Idiot!" brüllte sie in ihr Kissen. "Siehst du nicht dass ich dich immer noch mag?" fragte sie in ihr Kissen schluchzend und versucht sich so klein wie möglich zusammen zu rollen. Als könnte sie sich so selbst daran hindern auseinanderzubrechen. Nach ein paar Minuten in denen sie bitterlich weinte, ebbete die Flut des Schmerzes langsam ab und ließ Lia wimmert auf dem Bett zurück. Sie war so erschöpft. Langsam beruhigte sich ihr atem und auch ihr Herzschlag. Lia entspannte etwas ihren Körper und lag kraftlos einfach nur auf der Seite. Die Tränen rannen nur noch still aus ihren Augen. "Ich konnte dich nie vergessen..." flüsterte sie zu sich selbst, bevor sie schließlich einschlief.

Man hätte meinen können, die Erschöpfung würde ihr einen traumlosen Schlaf bescheren, doch so war es nicht. Schon nach einer halben Stunde wurde Lias schlaf unruhiger. Sie träumte von den Ereignissen der letzten Stunden. Von Luke, wie er Philipp die Kehle herausriss. Sie träumte, wie sie verfluchte zu fliehen, doch sie kam nicht weit. Denn vor ihr tauchte ein gehörntes Monster auf, dass noch furchteinflößender war als Luke. Lia hatte in ihrem Traum nicht viel Zeit sich zu entscheiden. Für das eine, oder das andere Monster. Doch dann lief sie zurück, genau in die Richtung von Luke...
Im Schlaf wimmerte sie und warf sich hin und her. Sie hatte Angst und ihr brach kalter Schweiß auf der Stirn aus. Ihr Traum endete nicht. Sie war gefangen in dieser furchtbaren Welt die sie nicht verstand. Und als sie erneut auf den Traumluke traf, wollte er ihr seine Fänge in den Hals schlagen. Sie schrie im Traum und sie wimmerte in echt. "Nein, bitte nicht!" Sie kämpfte gegen den Traum an, der sich immer wieder veränderte. Nun ließ Traumluke von ihr ab. Sah sie mit so einen seltsamen Blick an und wurde im nächsten Moment von dem gehörnten Monster angegriffen. "LUKE!! VORSICHT!" schrie Lia und genau in diesem Moment schreckte sie aus dem Traum hoch.

Lia brauchte einen Moment um zu realisieren, dass sie noch immer in ihrem stockfinsteren Schlafzimmer lag. Auf ihrem Bett und schweiß gebadet von dem Albtraum den sie soeben hatte. Sie versuchte ihr rasende Herz zu beruhigen. Es dauerte einen Moment, doch schließlich lies sie sich einfach zurück in die Kissen sinken und schlief wenige Minuten später wieder ein. Dieses Mal träumte sie nicht. Lia lag einfach da auf ihrem Bett. Noch immer auf der Decke und in den Sachen, die sie sich zuvor angezogen hatte. Sie begann zu frieren und leicht zu zittern, doch aus ihrem Schlaf erwachte sie dieses Mal nicht, er war zu tief.

@Luke Blackhawk


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#20

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 27.07.2016 23:00
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

Ich hatte gewartet. Gewartet bis sie eingeschlafen war. Bis endlich Ruhe in ihr Schlafzimmer einkehrte. Ihre Worte hatte ich alle ignoriert, denn sie sollte schließlich denken, dass ich nicht mehr hier war. Als Vampir war es überhaupt kein Problem lange still zu stehen oder zu sitzen. Es gab keine Postition die schmerzte. Nichts begann irgendwann zu kribbel weil ein Körperteil eingeschlafen war. Als ich endlich ihrem ruhigen Atem und ihrem relativ normalem Herzschlag horchen konnte, stand ich auf. Jetzt konnte ich gehen. Sie war in Sicherheit und eigeschlafen. Nicht konnte ihr jetzt etwas tun...im Moment jedenfalls.
Langsam und mucksmäuschenstill erhob ich mich aus dem Sessel und schlich zur Tür. Erst redete sie nur leise im Schlaf. Es war nicht sonderlich erstaunlich, dass sie Alpträume hatte. Gerade hatte ich die Tür einen Spalt geöffnet um hindurch zu schlüpfen, da schrie sie meinen Namen. Sofort schloss ich die Tür leise wieder und blieb wie angewurzelt stehen. Mein Blick ruhte dabei auf ihr, die gerade wie eine Kerze im Bett saß.
Aber sie konnte mich nicht sehen, sicher nicht. Seit dem sie aufgeschreckt war hatte ich mich keinen Millimeter bewegt. Ich wartete also, wartete darauf, dass sie sich wieder hinlegen würde. Zum Glück dauerte es nicht lange, ehe sie wieder in der waagerechten war und erneut einschlief. Eine kleine Weile verharrte ich noch an der Tür, dann öffnete ich sie und verließ das Zimmer. Als ich die Tür wieder hinter mir geschlossen hatte, wurde ich regelrecht geblendet. Zwar war es nur indirektes Licht, dennoch sehr unangenehm. Ich hatte mich so an das dunkle Schlafzimmer gewöhnt. Ich brauchte einen Moment, ehe ich mich halbwegs alkimatisiert hatte. Doch war es jetzt das Richtige zu gehen? Eigentlich ging sie sowieso davon aus, dass ich weg war.
Nach eingehenden Selbstgesprächen in meinem Kopf entschied ich mich wenigstens noch eine kurze Zeit in der Wohnung zu verbringen. Zuerst sah ich mich um. Kein Bild war sicher. Ich sah mir jedes an, dass in der kleinen Wohnung stand oder hing. Die Küche lag offen zum Wohnzimmer. Es war sozusagen, als würden die beiden Räume verschmelzen. Kaffee...ich war zwar nicht müde, aber ich mochte den Geschmack von Kaffee. Also ging ich dreist an die Kaffeemaschine und bereitete sie so zu, dass ich nur noch auf den Knopf drücken musste und das dunkelbraune Getränk schnell dampfend in die Glaskanne lief, die in der Kaffeemaschine stand.
Während ich wartete, setzte ich mich an den Küchentisch. Mir war langweilig und wieder kam die Frage in mir auf, was ich hier machte. Lia würde auch ohne mich klar kommen. Aber etwas hielt mich davon ab zu gehen. Als würde die Barriere mich diesesn Mal nicht raus statt herein lassen. Gelangweilt hatte ich mein Kinn auf eine meiner Hände gestützt. Mit der anderen Hand trommelte ich leise mit den Fingern auf dem Tisch herum. Warten...das war so etwas, was ich gar nicht gern tat und der Kaffee brauchte meiner Meinung nach schon viel zu lange um durch zu laufen.

@Liana Dearing sicher nicht das, was du erwartet hast, aber wenigstens ist er noch da^^


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#21

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 28.07.2016 13:08
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

Was für eine Nacht, oder besser Tag. Liana hatte nicht gut geschlafen. Irgendwann hatte sie angefangen so sehr zu frieren, dass sie davon Wach wurde. Doch rührte sie sich nicht. Sie lag einfach da auf ihrem Bett und starrte an die Decke, die sie wegen der Dunkelheit nicht sehen konnte. Das Luke noch immer in ihrer Wohnung war und zuvor die meiste Zeit sogar in ihrem Schlafzimmer gesessen hatte, hatte die junge Brünette nicht mitbekommen. Im Moment versuchte sie eh erstmal das Schlaftrunkene Chaos in ihrem Kopf zu richten. Aber keine Chance. Das war einfach alles viel zu verworren.

Lia lag stumm auf dem Bett, irgendwo zwischen Wach sein und Dämmerzustand. Sie war schon unter normalen Umständen kein Morgenmensch, aber jetzt kam sie gleich gar nicht hoch. Zumindest, bis sie ein seltsames Geräusch aus ihrer Wohnung hörte. Es klang wie ein Gurgel oder ... wie ihre Kaffeemaschine. Stirnrunzelnd und mit klopfendem Herzen setzte Lia sich auf. Und kaum einen Moment später konnte sie den Kaffee sogar riechen, oder bildete sie sich das ein? Wer war da in ihrer Wohnung? Mit klopfendem Herzen schob Lia sich leise aus dem Bett, griff die leere Porzelanvase, die neben ihrem Bett auf dem Nachttisch stand und ging so leise sie konnte im Dunkeln zur Tür. °Ein Einbrecher würde keinen Kaffee kochen!° versuchte sie sich selbst zu beruhigen. Doch wer war es dann.

So leise sie konnte öffnete sie die Tür, die Vase zum ausholen bereit. Im ersten Moment war sie vom Licht im Wohnzimmer geblendet. Zwar war es nicht übermäßig Hell, doch viel heller als in ihrem Schlafzimmer. Und als sich ihre Augen an das Licht gewöhnt hatten, sah sie sich um und blickte direkt zu... "Luke!?" stieß sie überrascht aus, die Vase noch immer erhoben. Zögerlich ging sie ein paar Schritte auf Luke zu und nahm dabei die Vase runter und stellte sie neben dem Küchentisch auf den Boden. Unschlüssig was sie sagen sollte stand sie da und sah von Luke zur Kaffeemaschine und zurück. "Also... du trinke wirklich Kaffee? Nicht nur.. öhm.. zur Tarnung?" war das erstbeste was ihr einfiel. Wie lange saß er hier schon? Hatte er die Wohnung nie verlassen, sondern nur das Schlafzimmer, nach ihrem Streit. Als Lia sich daran zurück erinnerte schoss ihr die Röte ins Gesicht. Verlegen senkte sie den Blick zu Boden und schob sich dann langsam auf einen der Küchenstühle. Was sollte sie sagen? Sollte sie ihn Fragen, warum er hier war? Sie räusperte sich, bekam aber kein Wort heraus. Dann fiel ihr ein, dass ihre Haara katastrophal aussehen mussten, nach dieser Nacht. Sofort schnellte ihre Hand nach oben und sie versuchte das Chaos auf ihrem Kopf zu glätten. Dabei mied sie Lukes Blick. Diese Situation war einfach zu seltsam.

@Luke Blackhawk a


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#22

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 28.07.2016 17:40
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

Ich seufzte. Mir war so furchtbar langweilig. Und der Kaffee brauchte eine gefühlte Ewigkeit um durch die Maschine zu laufen. Hätte ich vor mit Lia in Zukunft weiterhin Kontakt zu haben, hätte ich ihr sicher eine neue Maschine besorgt. Das hier war ja eine Zumutung! Eigentlich konnte ich ihr auch einfach ein bisschen Geld da lassen. Ich befand es für eine gute Idee. Manchmal hatte ich eben diese fixen Ideen, die mir später wieder als unpassend in den Sinn kamen. Aber in den Momenten in denen ich sie hatte, fand ich sie gut. Also richtete ich mich halb vom Stuhl auf um nach meiner Brieftasche in meiner Hose zu greifen. In dem Moment wurde ich aber von Lias Stimme unterbrochen, so dass ich meine Aktion einstellte und wieder auf sah. Ich zog beide Augenbrauen in die Höhe, als hätte ich sie hier gar nicht erwartet. "Wolltest du mich mit der Vase erschlagen? Da musst du aber schwerere Geschütze auffahren." scherzte ich, stand auf und ging wieder zur Kaffeemaschine. Dort hatte ich mir schon eine Tasse bereit gestellt, die ich mir jetzt mit der schwarzen Brühe befüllte. "Auch Kaffee?" fragte ich dann an Lia gewandt. Ich benahm mich gerade so als wäre es das Normalste der Welt noch immer hier zu sein, als würde ich hier wohnen. Dann setzte ich mich mit Tasse wieder an den Tisch und bedeutete ihr mit einer Geste, dass sie sich doch zu mir setzen sollte. "Nein, er schmeckt mir, aber einen Effekt hat er bei mir nicht." erklärte ich dann und nahm einen Schluck. Der Kaffee war noch furchtbar heiß und ich spürte wie er meine Zunge verbrannte. Mein ganzer Mund fühlte sich mit einem Mal an, als würde ein Feuer darin lodern. Doch ich wusste, dass der Schmerz schnell vorbei gehen würde. Also verzog ich keine Miene. Mein Blick lag auf dem Tisch, als sie anfing an ihren Haaren herum zu werkeln. "Du siehst gut aus...ich meine dafür was du durchgemacht hast." merkte ich mit einem charmanten Lächeln an, dass ich ihr eher von unten her zu warf. "Tja, wie du siehst bin ich hier geblieben, habe mir Kaffee gekocht...mich gelangweilt und es ist nichts passiert." schloss ich dann ab. Vielleicht würde ihr das helfen mich endlich gehen zu lassen und das nicht weil sie es musste, sondern weil sie es akzeptierte. "Ich kann nicht ewig hier bleiben...Ich habe auch noch andere....Verpflichtungen." Malia, ich musste sie warnen und dann kümmerte ich mich um diesen Kyle. Ich würde ihn schon finden und dann würde ich ihn zwingen diese Leute abzurufen...egal wie und wenn ich dafür Dinge tun musste die Lia sicher nicht als gut befinden würde.

@Liana Dearing


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#23

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 28.07.2016 19:10
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

Lia saß sichtlich irritiert an ihrem Küchentisch. An dem auch Luke saß und sich benahm, als wäre es das normalste der Welt hier zu sitzen und Kaffe zu trinken. Auf seine Fage, ob sie auch Kaffee wollte, hatte sie gar nicht geantwortet, so perplex war sie. Stattdessen sah sie ihm dabei zu wie er sich wieder setzten und diesen vermaledeiten Kaffee trank.
Sie suchte nach Worten, fand sie aber zunächst nicht. Stattdessen machte sie sich an ihren Haaren zu schaffen, bis Luke sie mit seinen Worten darin unterbrach. Sie blinzelte und ließ von ihren wiederspenstigen Haaren ab. "Du... warst also hier, um aufzupassen?" fragte sie verwundert. Sie wollte ihn nicht wieder verärgern. Doch sie hatte das Gefühl, dass leicht zu schaffen. Nur konnte sie sich nicht erklären warum. Vielleicht - naja, mochter er sie eben einfach nicht. Und vielleicht war sie ihm einfach eine Last. Jetzt wo sie sein geheimnis kannte. Lia seufzte.

Dann stand sie auf und nahm sich schließlich auch eine Tasse aus dem Schrank. Auf der Stand 'Schützt die Wale'. Innerlich rollte sie mit den Augen, doch sie füllte die Tasse mit heißem Kaffee, kippte noch etwas Zucker und Milch dazu und setzte sich dann wieder an den Tisch. Vorsichtige nippte sie an dem heißem Getränk. Was sollte sie sagen?
Einen Moment saßen sie schweigend da. Dann räusperte sich Lia "Ich.. will dich nicht Aufhalten, aber die Sonne tut es, oder?" fragte sie und versuchte so entspannt wie möglich zu klingen. Obwohl sie alles andere als entspannt war. Ihr Herz schlug ihr noch immer bis zum Hals und sie fühlte sich außerdem auch noch äußerst unansehlich. Warum machte sie sich jetzt über soetwas Gedanken, manchmal verstand Lia sich selbst nicht.

@Luke Blackhawk


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#24

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 29.07.2016 08:56
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

Ich konnte ihr ihre Verwirrtheit deutlich ansehen. Man hätte die Luft gefüllt mit Anspannung tatsächlich fast schneiden können, so eindeutig war diese Situation. Aber ich..ich blieb dennoch ganz ruhig, so wie ich es fast immer tat. "Ich war hier um zu beweisen, dass du hier sicher bist. Kein Dämon, kein Vampir...niemand der versucht hat sich Zutritt zu deiner Wohnung zu verschaffen." erklärte ich trocken und nahm einen weiteren Schluck meines noch immer viel zu heissen Kaffees. "Warum seufzt du?" fragte ich dann, als ich hörte wie sie die Luft aus ihren Lungen mit einem leisen gequältem Ton heraus presste. "Ich bin noch hier. Ist es nicht das, was du wolltest?" hackte ich weiter darauf herum. Meine Stimme war um ein paar Grad kühler geworden. Vielleicht wirkte ich sogar genervt, aber das war ich ganz und gar nicht. Ich spielte nur meine Rolle.
Stumm beobachtete ich, wie Lia zum Schrank ging und sich ebenfalls eine Tasse Kaffee abfüllte. Dann setzte sie sich wieder zu mir an den Tisch, genau mir gegenüber, so dass ich sie direkt ansehen konnte. Ihre Frage traf genau ins Schwarze. Sie hatte schnell verstanden, was es mit meinem zweiten Gesicht auf sich hatte. Inzwischen war es schon später Nachmittag, aber das würde mich auch nicht aufhalten, wenn ich wirklich gehen wollte. Nur musste sie das nicht wissen. "Es gibt die Möglichkeit die Kanalisation zu nutzen, aber ich weiß nicht, wo ich hier in der Nähe nach unten komme." Ja, am Tag traf man da unten oft unheimliche Gestalten. Nicht für mich unheimlich, denn ich konnte gut auf mich selbst aufpassen, aber einem Menschen würde ich die Kanalisation am Tag nicht nahelegen.
Mein Blick ging zu meiner Tasse, die ich nun mit beiden Händen umschlossen hatte, als wolle ich mich an dem brühend heißen Kaffee wärmen wollen. "Wieso bist du so aufgeregt?" kam es dann leise von mir, aber ich sah nicht auf, sondern lauschte weiter auf ihren viel zu schnellen Herzschlag.

@Liana Dearing


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#25

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 30.07.2016 13:05
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

Liana nippte vorsichtig an ihrem Kaffee. Den Blick auf die Tischplatte gesenkt. Sie schaffte es nicht Luke anzusehen. Sie wollte es, aber sie schaffte es nicht. Sie hörte all seine Worte. Doch das Bild in ihrem Kopf war zu verzerrt um auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Luke provozierte sie. Immer und immer wieder. Lia biss fest die Zähne zusammen. Ja, es war das was sie gewollte hatte. Sie hatte gewollt, dass er blieb. Aber nicht so. Nicht so kalt und distanziert.
Jetzt wo sie hier saß, hier neben Luke und ihn nicht ansehen konnte. Jetzt wo sie hier saß und in ihren Kaffee starrte und ihr das Herz bis zum Hals schlug. Jetzt war sie Luka so nah wie seit der Trennung nicht mehr – doch jetzt vermisste sie ihn mehr, als in all den einsamen Monaten zuvor. Mehr als sie es sich selbst erklären konnte.

Für einen kleinen Moment schloss Lia die Augen. Sie nickte nur stumm, als er von der Kanalisation erzählte. Er könnte also gehen, wenn er wollte. Wenn er schnell genug in die Kanalisation flüchten würde. „Direkt vor der Hintertür ist ein Kanaldecke, ich bin mal mit meinem Absatz drin stecken geblieben!“ sagte sie leise. Sie seufzte erneut.Sie versuchte zu begreifen, was hier vor sich ging. Was sie selbst von all dem halten sollte und sie versuchte aus Luke schlau zu werden.
Er war hier geblieben, um ihr zu beweisen, dass sie sicher vor den Monstern war. Aber das hätte er doch nicht gemusst. Lia wusste nun von dieser Barriere für Vampire, als konnte diese ihr doch nicht gefährlich werden. Und die Monster, warum sollten sie zu ihre kommen. Warum sollten sie sie in ihren eigenen vier Wänden überfallen. Noch nie hatte Lia von so einem Fall gehört. Also war es nicht eher so, das Liana wenn dann nur Gefahr außerhalb ihrer vier Wände droht. Luke musste das wissen, warum als war er geblieben? Warum?

Das Herz schlug Lia bis zum Hals und nach Lukes Worten bekam sie langsam den Eindruck, dass er es nicht vermutete, sondern wusste. „Du kannst meinen Herzschlag hören.“ Stellte sie schließlich leise fest. Sie seufzte noch einmal und schloss ihrerseits ihre Hände um die Kaffeetasse, als wollte sie sich wärmen. Dann stand sie mit der Tasse auf. Ging ein paar Schritte von Luke und dem Tisch weg und stellte sich vor die Arbeitsplatte ihrer Küche. Sie wollte Luke nicht ansehen, aber sie wollte etwas sagen. Irgendetwas. Nur was?

„Luke… ich..“ setzte sie an. Sie atmete tief durch. Noch immer nicht wissend, was sie sagen wollte, fing sie einfach an zu reden. „Ich habe dich geliebt, damals. Wirklich geliebt. Du warst alles für mich…“ sie machte eine kleine Pause. „Und als du mich verlassen hast, ist für mich eine Welt zusammen gebrochen. Ich habe es nicht verstanden und noch weniger verkraftet. Du warst einfach weg. Luka – einfach weg!“ sie seufzte und schluckte gegen den Kloß in ihrem Hals an. Sie wusste, wenn sie jetzt aufhörte zu sprechen, dann würde sie es nie wieder tun. Nie wieder sagen, was sie all die Monate sagen wollte. Und vielleicht würde sie auch einfach nie wieder die Chance dazu bekommen. Also fuhr sie fort. „Ich habe versucht dich zu hassen. Ich habe versucht über dich hinweg zu kommen. Aber das einzige was ich geschafft hab, war dich zu verdrängen. Und das wusste ich. Ich wusste – würde ich dich jemals wieder sehen, würde meine Mauer fallen. Und alles was darunter lag würde wieder zum Vorschein kommen. Doch ich hab dich weg geschlossen. Habe meine Leben weiter gelebt. Habe mir wieder jemanden gesucht. Ich habe nicht geglaubt, dich jemals wieder zu sehen – ich…“ sie machte eine kleine Pause. „… ich habe GEHOFFT dich niemals wieder zusehen. Ich wollte mich selbst schützen. Ich dachte, wenn ich dich schon nicht hassen kann, dann darf ich dich eben einfach nur niemals wieder sehen… und dann…“ sie atmete tief durch und schluckte erneut gegen den Kloß an, der sich immer fester in ihrer Kehle bildete. „Dann warst du da… in dieser Bar. Und ich sah war du getan hast. Ich sah, wie du Menschen tötetest. Ich sah, wie du einem Freund von mir einfach die Kehle heraus gerissen hast…“ sie schauderte und hielt sich noch fester an ihrer Tasse fest. Die ganze Zeit stand sie mit dem Rücken zu Luke. Sie wusste, würde sie ihn ansehen könnte sie nicht weiter sprechen. „Da war er!“ setzte sie leise fort. „Da war er, der Grund, dich zu hassen. Da war der Grund, mich für immer von dir Fern zuhalten. Ich hab furchtbar Angst vor dir, Luke. Und alles was du mir sagst, sollte mich dazu bringen, dich noch mehr zu hassen. Du verhältst dich wie das größte Arschloch auf dieser Erde. Und ein Teil von mir, will dich hassen. Ein Teil von mir will dich nie nie wieder sehen. Ein Teil von mir hat große Angst. Doch…“ sie schluckte schwer, schloss die Augen und holte tief Luft, bevor sie sich schließlich umdrehte und Luke fest in die Augen sah. „Ich glaube dir nicht!“ sagte sie so fest sie konnte, auch wenn sie es nicht schaffte ihren Herzschlag zu beruhigen oder das Zittern gänzlich aus ihrer Stimme zu verbannen. „Ich glaube dir nicht!“ wiederholte sie.

„Du hast mich geliebt, damals! Du… warst immer für mich. Und das – wie ich jetzt weiß – obwohl du nie dieses Leben führen wolltest. Du warst trotzdem da!“ ein schmerzlicher Ausdruck zog sich über Liana Gesicht. „Ich glaube du hast mich geliebt. Und ich – ich habe dich geliebt!“ Sie schüttelte traurig den Kopf und kämpfte gegen die Tränen an. „Luke… in dem Moment als ich dich sah – als ich sah wer du wirklich bist…“ ihre Stimme brach. „In diesem Moment fiel meine Mauer. In diesem Moment sah ich nur dich. Dich Luke. Nicht nur was du tust. Nicht nur wie du lebst. Luke – ich liebe dich – noch immer!“ ihr Stimme brach erneut. Sie schloss für einen Moment die Augen. Stellte ihr Tasse ab und ging zur Wohnungstür. Sie öffnete sie und trat ein Stück weg.
„Luke, wenn du…“ sie holte tief Luft und versuchte das Zittern zu kontrollieren. „..wenn du mich so sehr verabscheust, wie du mir weiß machen willst. Wenn es für dich so grausam ist, etwas Menschliches an dir zu haben, wenn…. Du mich nicht willst – dann geh und komm niemals wieder!“ sagte sie so fest sie konnte.

Sie senkte den Blick. „Aber, wenn du das alles sagst –all das gemeine und verletzende – um mich zu schützen. Um mich von dir fern zu halten. Wenn ich dir wichtig genug bin, dass du dich lieber von mir fern hältst, als mich in Gefahr zu bringen. Dann Luke, lass dir gesagt sein – es ist mir egal! Es ist mir egal wie gefährlich es wäre. Es ist mir egal, wie schrecklich und schwer es für mich würde. Es ist mir egal Luke. Für dich – „ sie seufzte, „- für dich würde ich lernen zu vertrauen. Für dich würde ich lernen damit zu leben. Zu akzeptieren. Egal wie schwer es wird.“ Sie drehte sich zu Schlafzimmertür und ging ein paar Schritte darauf zu. Dann drehte sie sich noch einmal um, sah zu Luke und dann zur offenen Wohnungstür. „Geh – oder komm zu mir!“ sagte sie leise und öffnete ihre Zimmertür.
„Egal wie schwierig es wird – ich will wissen was passiert, wenn wir nicht aufgeben!“ sagte sie leise.
Mit diesen Worten verschwand sie in Schlafzimmer.

Sie setzte sich auf ihr Bett und wartete. Es war seine Entscheidung. Allein seine. Und sie würde damit Leben. Doch wenn er ging, dann würde sie ihre Mauer wieder errichten. Und sie würde dafür sorgen, dass sie nie wieder eingerissen würde. Nie wieder. Von niemandem.

@Luke Blackhawk


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#26

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 30.07.2016 16:14
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

Wider erwarten zeigte sich Lia kooperativ, als ich ihr von der Kanalisation erzählte, aber dazu anmerkte, dass ich nicht wusste, wo ich hinunter steigen konnte. Das brachte mich dazu kurz erstaunt aufzusehen. Aber so schnell wie ich aufgesehen hatte, klebte mein Blick auch schon wieder an dem Kaffeebecher in meinen Händen. Anscheinend hatte ich sie langsam an den Punkt gebracht, an dem sie verstand, dass das hier, was auch immer das werden sollte, niemals existent war. Also schwieg ich. Ich schiweg in der Hoffnung, sie würde jetzt noch ein paar letzte Worte für mich übrig haben und mich dann von hier fort schicken. Mann, diese Frau machte es mir aber schwer. Natürlich lies ich mir nichts verbieten...vor allem nicht, wenn ich gehen wollte, aber sie versuchte das ja auch gar nicht. Sie hatte mich nur gebeten zu bleiben und so lange sie mir nicht ehrlich sagte, dass ich gehen solle, konnte ich es nicht tun...Nicht ohne dabei mit einer gewissen Sorge zu verschwinden. Dabei wollte ich das alles gar nicht. Fühlen, mich sorgen...jemanden beschützen. Nein, das war nicht Luke Blackhawk.
"Ja, ich höre ihn deutlich..." antwortete ich auf ihre ziemlich sichere Aussage, dass ich ihren Herzschlag hören konnte. "Ich höre vieles, wenn der Tag lang ist." schob ich gleich sarkastisch hinterher. Das war die einzige Chance mich von ihr zu distanzieren, sie so sehr von mir zu schieben, dass sie mich in Ruhe lies. Und jetzt musste ich auch mit den Infos nicht mehr geizen. Sie wusste, wer oder was hier vor ihr saß. Noch einmal schnellte mein Kopf wieder in die Höhe, als sie aufstand und sich von mir abwandte. Das wars. Jetzt kam der Abschied. Ich wusste wie ich mich zu verhalten hatte und stand ebenfalls auf. Dabei schrubbten die Stuhlbeine in einem unangenehmen Ton über den Boden, als ich den Stuhl nach hinten schob. Das lies mich kurz das Gesicht verziehen. Alles was ich tat, war sie anzusehen. Ich wartete auf das Beil, das unsere "Beziehung" engültig trennen sollte. Ein Beil aus Worten. Und ich war mir sicher, dass Lia mit einer größeren Wunde aus dieser skurrilen Sache heraus gehen würde als ich. Ich war ein Meister darin, alles hinter mi zu lassen, neu anzufangen und nicht zurück zu blicken. Das war in 400 Jahren auch sehr nützlich gewesen.

Sie hielt eine regelrechte Ansprache, als würde sie als Queen für das Land der Dramen kandidieren. Aber ich hörte zu. Ich hatte mich lediglich an die Wand hinter mir gelehnt, aber aufmerksam war ich trotzdem. Wie sie das alles sagte, wie sie die Trennung empfunden hatte und all die anderen Sachen. Noch imemr klang sie nach Hoffnung. Ich war schon so lange auf dieser Erde, dass ich einen Abschied von einer hoffnungsvollen Rede deutlich unterscheiden konnte. Und irgendwie war mir auch klar, worauf das ganze hinaus laufen sollte. Nur war sie sich im Klaren, wen sie hier vor sich hatte? Dachte sie all meine Gedanken, die ich in den letztenh Stunden ihr gegenüber geäußert hatte, wären nur ein Scherz gewesen? Ich hatte leider das seltsame Gefühl, dass sie einfach nur in ihr Unglück laufen wollte. Doch ich hatte allein die Macht, das zu verhindern. Und das war meine Aufgabe. Innerlich brodelte ich schon fast. Natürlich fiel es ihr nicht leicht, das alles vor mir offen dar zu legen, aber trotzdem sagte sie es mit einer Leichtigkeit, die mich nur noch mehr in meiner Meinung bekräftigte, wie naiv sie diese Sache anging.
Ich lies sie komplett ausreden, folgte ihr dann mit meinem Blick, als sie zur Tür ging und sie für mich öffnete. Mein Blick blieb dabei völlig emotionslos. Viel zu sehr war ich in meinen Gedanken über das eben Gesagte gefangen. Ich versuchte es anders zu deuten, als es offensichtlich zu sein schien, versuchte Schlupflöcher für mich zu errichten. Doch das war nicht möglich.

Auch zur Schlafzimmertür folgte ich ihr mit meinem Blick, blieb jedoch, schon wie in der Nacht, noch immer an Ort und Stelle stehen. Keine kleinste Bewegung, bis sie das Schlafzimmer betreten hatte. Dann zog ich die Augenbrauen nach oben und seufzte leise. Zum Glück war sie nicht im selben Raum. Nicht mehr. Aber ich konnte sie noch deutlich riechen. Ihr Geruch...so bekannt und doch war er nicht für mich bestimmt, nicht mehr. Mit schnellen Schritten, die jedoch noch in menschlicher Geschwindigkeit waren, ging ich direkt auf die offene Tür zum Flur zu, schlug aber dort angekommen noch einen Haken in Richtung Schlafzimmertür. Viel zu kompliziert um zu erklären, wieso ich das gerade tat. Schnurstracks war ich im Schlafzimmer angekommen und vor ihrem Bett und somit auch vor ihr als Person stehen geblieben. Blitzschnell hatte ich meine Hand in ihren Nacken gelegt und sie fordert zu mir hoch und an meinen Körper heran gezogen. Dann passierte das, was ich um alles auf der Welt hatte verhindern wollen. Als würde ich gesteuert werden, ganz automatisch legten sich meine Lippen auf ihre. Ich brachte so viel Leidenschaft in diesen Kuss ein...Ich war selbst darüber erstaunt. Ihre Lippen wieder auf meinen zu spüren...das war fast utopisch. Aber ich wusste auch, dass es enden musste. Der Kuss hielt ein paar Sekunden an, dann kam ich wieder zu Besinnung. Meine Lippen löste ich, aber lies meine Stirn an ihrer liegen. Dabei fiel mein Blick wieder auf den Boden. Würde ich atmen, dann hätte mir dieser Kuss sicher den Atem geraubt. Flüsternd begann ich ihr zu antworten...auf das, was sie gesagt hatte, als wir noch in der Küche gewesen waren. "Das was du in der Bar gesehen hast...das bin ich Lia. Ich werde mich nicht ändern...niemals. Es kann sein, dass du es geschafft hast mich für gewisse Zeit dazu zu bringen, jemand anders zu sein, aber jetzt nicht mehr. Ich gebe dir einen Tipp...verlasse diese Stadt, verschwinde einfach. Geh nach L.A. zurück oder wandere nach Afrika aus. Es ist mir egal..." Eiskalt und dennoch konnte man dieses kleine Fünkchen Gefühl in meiner Stimme wahrnehmen. Das war sicher nicht gespielt...aber vielleicht würde die Bedeutung meiner Worte meine Stimme so übertönen, dass es ihr gar nicht auffiel. So jedenfalls hoffte ich es. Mit diesen Worten lies ich sie ruckartig los und wandte mich zur Tür um. Jetzt ging ich langsam in Richtung Schlafzimmertür. "Vielleicht habe ich dich mal geliebt...aber das ist vorbei.". Ich hatte sie nicht einmal angesehen. Warum nur wollten die Gefühle für sie mich übermannen? Warum hatte ich es damals überhaupt zugelassen mich zu verlieben? Ohne mich noch einmal umzudrehen, verließ ich das Schlafzimmer, dann die Wohnung und war schnell im Treppenhaus gelandet, von wo aus ich den Ort des von Lia beschriebenen Kanaldeckels versuchte ausfindig zu machen.

@Liana Dearing


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#27

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 31.07.2016 19:14
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

Lia saß auf ihrem Bett und wartet. Es kam ihr vor wie eine Ewigkeit, dabei waren es nur wenige Augenblicke. Sie versuchte ruhig zu atmen. Und sich auf die Konsequenzen von Lukes Entscheidung vorzubereiten. Egal wie er entschied. Sie würde damit leben. Wenn er ging, oder wenn er blieb.
Eine klare Entscheidung, das war es, was Lia nun brauchte. Damit sie weiter gehen konnte.
Doch das was sie bekam, überforderte und verwirrte sie mehr denn je:

Die Tür zum Schlafzimmer flog auf und Lianas Herz hatte nur die Chance für einen aufgeregten Hüpfer, als Luke sie auch schon auf die Beine zog und sie küsste. Lia keuchte vor Überraschung auf. Der Kuss ließ Lia jegliches Denken einstellen. Er hatte sich für sie entschieden, war alles was sie denken konnte. Alles was sie denken wollte. Doch viel zu schnell löste Luke sich wieder von ihr.
Blinzelnd stand sie vor ihm und sah zu ihm auf. „W-was?“ stotterte sie verwirrt, noch völlig außer Atem und mit rasendem Herzen. Seine Worte ergaben keinen Sinn. Lia verstand sie nicht. Luke war her gekommen. Hier ins Schlafzimmer. Er hatte sie geküsst. Er hatte sich entschieden, oder… etwa nicht? Verwirrt blickte sie Luke an, der seinerseits den Blick gesenkt hatte. „L-Luke..“ setzte sie zitternd an, doch er unterbrach sie. Er sagte, er habe sie vielleicht einmal geliebt, aber das sei vorbei.
Mit offenem Mund und völlig geschockt stand Lia vor ihm. Bekam kein Ton heraus. Konnte nicht schlucken, konnte nicht atmen, nicht einmal denken.
Und dann war es zu spät noch etwas zu sagen, dann war Luke weg.

Lia stand noch immer reglos in ihrem Schlafzimmer. Der Schmerz den sie in ihrer Brust fühlte drohte sie zu übermannen. Sie konnte nicht atmen. Nur stoßweise schnappte sie nach Luft, als ihr bewusst wurde, was Luke gesagt hatten. Er hatte sich gegen sie entschieden. Er war gegangen. Aber nein. Nein. Erst hatte er sie geküsst. Und wie. Das war ein Kuss voll Gefühl. Kein Mann – ob Mensch oder Vampir, wäre in der Lage das zu spielen. Das war echt. Und das wusste Lia.
Doch was nun? Er war weg. Er hatte sie von sich gestoßen. Ihr gesagt, dass er sie nicht mehr liebte. Dass sie die Stadt verlassen sollte. Es war eine Lüge. Dessen war Lia sich sicher. Er wollte sie schützen. Vielleicht vor dieser Welt, vielleicht vor sich selbst. Lia war es egal. Es war ihr egal, was da draußen war. Es war doch schon immer da, oder nicht? Und trotzdem lebten die Menschen in Sicherheit. Oder zumindest glaubten sie es.
Lias Atmung beschleunigte sich. Luke hatte entschieden – aber Lia auch!

Ohne weiter darüber nachzudenken, rannte Liana aus der Wohnung. Die Treppe hinunter und zur Hintertür raus. Der Deckel war noch offen und Lia fackelte nicht lange, sie nutzte die Eisernen Stufen und stieg hinunter in die Dunkelheit. Sie würde Luke suchen, bis sie ihn fand. Und dann würde sie ihm zeigen, dass sie für ihn ihre Angst in den Griff bekam. Er hatte ihr niemals weh getan. Und sie glaubte, dass er sicher auch nicht tun würde. Und sie wollte ihm zeigen, dass er sich nicht ändern musste. Er war kein Mensch. So war es nun einmal. Und wenn er Blut brauchte – menschliches Blut, dann… Lia dachte diesen Gedanken nicht zu ende, dafür war später noch Zeit.

Einen Moment brauchten ihre Augen um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, dann erkannte sie die seltsamen Gewölbe in denen sie sich nun befand. Es ging nach rechts und nach links. Lia wusste nicht in welche Richtung Luke gelaufen war. Nach rechts, beschied sie und lief los. Eine Hand hatte sie dabei immer an der Wand, dass sie nicht links in das Rinnsal viel, das sich seinen Weg durch die unterirdischen Tunnel bahnte. Der Geruch hier unten war wirklich widerlich, doch Lia versuchte so gut es ging, nicht darauf zu achten. Sie ging etwa 5 min in eine Richtung als sie an eine Art Kreuzung kam. Sie bog nach Links ab. Mit jedem Schritt den sie ging, wurde sie immer nervöser. Es war so dunkel hier unten und die Angst vor allem anderen was hier kreuchte und fleuchte machte sich in ihr breit. Ob sie nach Luke rufen sollte?
Nein, beschied sie. Denn er wollte ja von ihr weg. Er würde sicher nicht kommen. Also musste sie ihn finden, ihn noch mal zur Rede stellen. Ihm zeigen, dass sie keine Angst hatte. Ihm zeigen, dass sie akzeptierte, was er war.

Weitere 20 Minuten später war Lia so weit gelaufen und so oft abgebogen, dass sie die Orientierung völlig verloren hatte. Sie wusste nicht mehr wo sie war. Noch wo sie den Nächsten Kanaldeckel finden konnte um dieser stinkigen Hölle hier unten zu entkommen. Einen Moment erlaubte sie sich stehen zu bleiben, wo sie ihre Hände auf die Knie stützte und versuchte ihren Herzschlag zu beruhigen. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Wäre es nicht klüger gewesen ein paare Tage zu warten und ihn dann in seinem Haus aufzusuchen, oder dort zu warten, er würde sicher noch einmal dort hin gehen um seine Sachen zu holen. Sobald diese Soldaten da weg waren. Lia keuchte leise. Sie war so dumm.
Plötzlich zuckte sie zusammen. Sie hatte hinter sich ein Geräusch gehört. Eine Art krabbeln. °Es ist nur eine Ratte!° sagte sie sich selbst, doch schnell lief sie weiter. Bog noch 3 mal ab und hatte das Gefühl von dem krabbel Geräusch verfolgt zu werden. Das konnte doch nicht sein, oder doch?
Lia bekam es wirklich mit der Angst zu tun. Erinnerte sich an den Dämon und daran das Luke gesagt hatte, es gab in der Kanalisation einige Wesen. Lia wurde schneller, bis sie schließlich anfing zu laufen. Sie rannte die schmalen Wege entlang und bog noch ein paar Mal ab bis – es nicht weiter ging. Eine Sackgasse. Ein großes Eisengitter versperrte den Weg. Es ging nicht weiter. Doch das Krabbeln war noch da.

Mit dem Rücken presste Lia sich an das Gitter. Sie versuchte in der Dunkelheit zu erspähen, was das gekrabbelt kam. „Bitte sei eine Ratte, bitte sei eine Ratte..“ flüsterte sie. Doch als sie das Ding sah, was da auf sie zu kam, entwich ihr ein markerschütternder spitzer Schrei.

@Luke Blackhawk


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#28

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 31.07.2016 20:04
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

Es war geschafft. Ich war aus ihrer Wohnung nach unten in den Flur gestürmt und hatte mich lediglich noch darum gekümmert, dass ich die Wohnungstür schließe. Damit war das Schicksal von ihrer und meiner Seite aus besiegelt. Jedenfalls was unsere gemeinsame Zukunft betraf. Diese war für mich nach meinem Auftritt eben nicht mehr existent.
Mit schnellen Schritten war ich eine nach der anderen Stufe herunter gesprungen und zum Hinterausgang gegangen. Das gleisende Licht der Sonne wollte mir aber einen Strich durch die Rechnung, die heute sowieso schon nicht aufgehen wollte. Kurz vor dem Strahl der meinen Weg nach draussen und somit hinter das Gebäude versperrte, blieb ich ruckartig stehen. Ich musste kurz überlegen. Es war nicht das erste Mal, dass sie Sonne versuchte mich zu behindern. Doch dann machte es Klick. Genau in dem Moment, als ich die Wohnungstür zwei Stöcke über mir ins Schloss fallen hörte. Sie durfte mich hier nicht mehr vorfinden. Also gab es nur noch eine Möglichkeit. So schnell rennen wie möglich. Das Sonnenlicht würde meine Vampirkräfte um einiges schmälern, aber wenn ich auch so schnell genug rannte, dann könnte ich es schaffen. Und so legte ich einige Meter zurück und spürte dabei deutlich, wie mich das Sonnenlicht förmlich aussaugte. Mit einer schnellen Bewegung hob ich den Deckel des Kanals an. Ich stand schon zu lange in der Sonne, so dass sich an meinem rechten Arm schon das brennende Gefühl ausbreitete, als hätte jemand eine Fackel an mein Shirt gehalten. Mit einem Satz verschwand ich also schnell im Tunnel, der mich fortan vor den verletztenden und tötenden UV-Strahlung schützen sollte. Mein Sprung hatte die Flamme an meinem Am um einiges abgeschwächt, aber nicht vollends gelöscht. Also klopfte ich wie wild auf meinem rechten Oberarm herum, ehe ich weiter ging. Jetzt nur noch schnell weg hier. Das war die Devise...Nicht, dass ich es mir noch anders überlegte. Aber das war ziemlich ausgeschlossen. Wenn ich Entscheidungen traf, dann waren sie fest. Nur selten gab es Ausnahmen. In 400 Jahren vielleicht 3 an der Zahl.

Ich kam nicht weit, da hörte ich aus kleiner Entfernung ein dumpfes Geräusch, als wäre mir jemand in den Kanal gefolgt. Sofort hielt ich inne und sah zurück, auch wenn ich schon ein paar Abbiegungen genommen hatte. Als Vampir musste man sich hier unten auskennen, sonst konnte es auch für so ein Wesen gefährlich werden. Ich ging wieder ein paar Schritte zurück. Leise und unhörbar schaffte ich es, fast den ganzen Weg wieder zurück zu schleichen, als ich wieder zum inne halten gezwungen wurde. Lia! Ich konnte sie sehen, aber sie hatte mich nicht bemerkt. Was zum Teufel suchte sie hier??? Das machte mich wirklich sauer und ich beschloss sie vorerst sich selbst zu überlassen. Sicher suchte sie nach mir. Und sie fing schon völlig falsch an. Das hier unten war mit einem Labyrinth zu vergleichen und lies jemandem der sich nicht auskannte keine Chance. Hier war man hilflos ausgeliefert. Vor allem als Mensch. Das hieß für mich, dass ich Lia nicht aus den Augen lassen durfte. Und so folgte ich unauffällig und konnte nur immer wieder den Kopf schütteln, wenn ich ihre Entscheidungen mit bekam, wohin sie weiter ging. Direkt in Richtung Friedhof, als genau in die andere Richtung in der mein Anwesen lag. Ich hätte mehr dabei fühlen sollen...oder es zu lassen sollen. Aber ich versuchte dem Ganzen einfach eine gewisse Ironie anzuhaften. Alles aus Selbstschutz, versteht sich.

Doch auch ich hörte, was Lia wenig später eindeutg auch mitbekam. Doch selbst ich konnte nicht ausmachen was es war, schob es ebenfalls auf die Ratten und folgte ihr einfach weiterhin. Irgendwann lief sie zügiger und dann zog sie das Tempo noch mehr an und rannte. Ich hatte keine Probleme ihr zu folgen, musste aber weiter darauf achten unentdeckt zu bleiben. Sie würde nicht mehr allein hier raus finden. Da war ich mir sicher. Aber nicht nur ich verfolgte sie, sondern auch etwas anderes. Doch es konnte sich anscheinend noch besser verstecken als ich, denn bis zu dem Moment, als es sich endlich zeigte, konnte ich es nicht ausfindig machen. Lia rannte...Ihr Herzschlag, sowie ihre Atmung sprangen ins Unermessliche und genau dann, als sie an dem Gitter stehen blieb, in der Falle mit keiner Chance auf Hilfe, dann war mein Einsatz gefragt. Jetzt sah ich es. Das Kopfgroße insektenähnliche Ding, das einen Satz auf Lia zu machte. Mit einem Sprung war ich hinter her gehecktet und hatte mich vor sie gestellt. Alles ging so schnell, dass selbst ich ein wenig überfordert war. Ich spürte den Schmerz nicht sofort, aber dann, allmählich schlich er sich in meinen linken Unterarm. "Was...was ist das denn für eine Scheise???!" fluchte ich, als ich das Tier von meinem Arm schüttelte und es mit einem gekonnten Tritt dem Erdboden gleich machte. Angewidert sah ich auf es herab. "So etwas...habe ich noch nie gesehen." stieß ich dabei leise aus und kniete mich hin, um es noch eingehender zu betrachten. "Man lernt immer was neues." Als ich mich wieder in den Stand bringen wollte, durchfuhr mich ein plötzliches Gefühl von Schwindel, so dass ich kurz taumelte. Ich sagte nichts dazu, versuchte mich einfach schnell wieder zu fangen und wandte mich dann zu Lia um. Mein Blick war enttäuscht. "Warum tust du sowas??? Warum bringst du dich in Gefahr? Ich bin nicht immer da um dich zu retten Lia...ich bin gar nicht mehr da!" versuchte ich ihr klar zu machen und schlug mir dabei immer wieder bekräftigend auf die Brust. "Was...was du hier getan hast...das...ddas..." Ich wollte weiter reden, aber der Schmerz wurde stärker. Sollte die Wunde nicht schon längst verheilt sein? Mein Blick senkte sich zu meinem linken Unterarm und ich staunte nicht schlecht, als ich sah, dass die Wunde sich nicht einmal ein kleines Bisschen geschlossen hatte. Das war definitiv kein positives Staunen. "Was zur Hölle..."
Dann erst hob ich meinen Blick wieder zu Lia und versuchte diese Ungereimtheit für einen Moment zu ignorieren. "Wäre ich nicht da gewesen, dann wärst du jetzt Futter..." wollte ich noch abschliessend sagen und drehte ihr dann schon den Rücken zu um ein paar Schritte zurück zu gehen. Weit kam ich aber nicht. Aus Reflex stützte ich mich an der Wand des Kanals ab, nachdem ich ein paar Schritte gegangen war. Da war er wieder...dieser Schwindel. Wie lange war es her, dass mir schwindelig gewesen war? Wieder einmal konnte ich diese Frage nur mit meinem Alter beantworten. Vor meinen Augen flogen plötzlich kleine helle Punkte herum. Dann eine Sekunde später...schien alles wieder im Lot zu sein. Dennoch schnellte meine Hand an meinen Kopf und lies meinen Zeigefinger so wie Daumen meine Schläfen massieren.

@Liana Dearing


zuletzt bearbeitet 31.07.2016 20:14 | nach oben springen

#29

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 01.08.2016 11:05
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

Der spitze Schrei Lias ging in eines überraschtes Keuchen über. Gerade noch sah sie dieses insektenähnliche Ding auf sie zuspringen und im nächsten Moment schon stand Luke vor ihr. Wo war er so plötzlich her gekommen? War sie inzwischen in seine Nähe gekommen? So musste es sein.
Nun jedoch musste er sie beschützen. Sie retten, zum zweiten Mal in dieser Nacht. Gekonnte wehrte er dieses Ding ab und zertrat es auf dem Boden. Wimmerte stand Lia hinter Luke, der sich hinkniete um das Ding zu inspizieren, Liana jedoch wagte es nicht ihren Blick darauf zu richten. Sie war so angewidert und erschrocken, dass sie sich nur weiter an die Wand pressen konnte. „Was ist wenn es noch mehr von denen gibt?“ brachte sie schließlich mühsam hervor.

Als Luke sich auf richtete hatte Lia für einen winzigen Moment das Gefühl, dass er nicht ganz sicher auf den Beinen stand. Doch der Moment war so schnell vorbei, dass sie dachte, sie hätte es sich eingebildet. Luke drehte sich zu ihr um und sah sie an. Seine Gesichtszüge waren für Lia schwer zu erkennen, weil es noch immer sehr dunkel hier unten war. Doch was sie sehen konnte, gefiel ihr überhaupt nicht. War er enttäuscht? Lia schluckte schwer. „Ich habe dich gesucht!“ sagte sie kleinlaut. Sie blinzelte gegen die Tränen an, die wieder in ihre Augen steigen wollten. Die Ungerechtigekeit in dieser Situation ließ sie für einen Moment sprachlos werden, doch dann sah sie Luke wieder an. „Doch das bist du! Du bist noch immer da!“ sagte sie fest. „Und deshalb hast du mich geküsst. Deshalb bin ich hier!“ fügte sie hinzu. Doch er ließ nicht davon ab. Er wollte noch weiter schimpfen, ein schmerzverzerrter Blick huschte jedoch über sein Gesicht. „Luke?“ fragte Lia vorsichtig und folgte seinem Blick zu seinem Arm. Erschrocken sah sie, dass er verletzt war. „Luke!“ Ihre Stimme war eine Oktave höher gerutscht und endlich löste sie sich von der Wand und trat einen Schritt auf ihn zu. „Du bist verletzt.“ Stellte sie fest und wollte nach ihm greifen.

Doch dann sah er sie wieder an, schimpfte weiter und führte Liana unsanft vor Augen, das es hätte als Futter enden können, wenn er nicht da gewesen wäre. „Aber du warst da!“ verteidigte sie sich nun etwas laute. „Luke begreifst du es denn nicht? Du warst da! Vorhin in der Wohnung und eben. Du willst nicht, dass mir etwas passiert. Deshalb bist du da!“ sagte sie als er ihr bereits den Rücken zu drehte. Er wollte gehen, aber weit kam er nicht, denn er musste sich an der Wand abstützen. „Luke!“ sagte Lia entsetzt, stürtzt vor und wollte nach ihm greifen. Doch er richtete sich bereits wieder auf. Seine Hand schnellte zu seinem Kopf. Langsam schob Lia sich an ihm vorbei um ihn ansehen zu können. Ihr schwante böses. Zögerlich ergriff sie das Wort. „Luke? Ich dachte Vampire können nicht.. wann warst du das letzte Mal verletzt?“ fragte sie und fürchtete sich vor der Antwort. Denn wenn sie recht hatte und Vampire eigentlich nicht wirklich verletzt werden konnten, dann war das hier etwas sehr ernstes. Angst stand ihr ins Gesicht geschrieben. So langsam dämmerte ihr, was sie angerichtet hatte. „Luke, es tut mir leid. Ich wollte doch nur…. Ich..“ sie brauch ab und legte ihm eine Hand auf den gesunden Arm. Sie wollte ihm helfen, wusste aber nicht wie. Und irgendetwas sagte ihr, dass er diese Hilfe ohnehin nicht annehmen wollen würde. Hilflos stand Liana da und konnte Luke einfach nur ansehen. „Geht es wieder?“ fragte sie unsicher und biss sich dabei leicht auf die Unterlippe.

@Luke Blackhawk


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#30

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 01.08.2016 11:34
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

Mir ging es gerade wirklich nicht gut und das letzte was ich da gerade noch gebrauchen konnte, war eine hystersiche Frau an meiner Seite. Doch Lia war nunmal da. Und sie war der Grund für meine Misere. Das aber, wurde mir noch gar nicht bewusst. Ich hatte zu sehr damit zu kämpfen mich aufrecht zu halten. Aber es wurde ein wenig besser, von Sekunde zu Sekunde. Hinter mir hörte ich Lias Schritte, sah sie aber nicht an. "Ich bin nur da, weil du nur Mist machst. Wärst du in der Wohnung geblieben, dann wäre es gar keine Option, ob ich dir folge oder nicht! Sollte ich lieber meiner Wege gehen und dich hier unten von irgendwelchen Monstern auffressen lassen? Wenn das so ist, dann hast du jetzt den Hauptgewinn gezogen." gab ich sarkastisch zurück, als sie mir sagte, dass ich sie jaa beschützt hatte und da gewesen war.
"Nur weil ich dich nicht mehr liebe, heißt das nicht, dass..." Doch ich unterbrach mich. Hätte ich jetzt etwas gesagt, dass auch nur ein wenig in die Richtung der Sorge gegangen wäre, dann hätte ich Liana sicher wieder Hoffnungen gemacht. "Okay, jetzt ist Schluss für den Ritter in glänzender Rüstung, klar?" Sie musste doch endlich verstehen, dass das so nicht funktionierte. Sie hatte unheimliche Angst vor mir gehabt, noch vor ein paar Stunden. Und jetzt wollte sie..was? Mich heiraten? So kam es mir jedenfalls vor. Aber ich wehrte mich innerlich mit Händen und Füßen gegen die Gefühle, die mich einnehmen und mir mein BadBoy-Image versauen wollten. Dann stand sie vor mir und auch wenn ich es hatte verhindern wollen, sah sie die Wunde an meinem Unterarm. "Ich war schon oft verletzt...gerade vorgestern hat mir ein Auto das Genick gebrochen." merkte ich wieder mit gespielter Lockerheit an, als sie mich auf die Wunde ansprach. Dabei hatte ich ordentliches Muffensausen. Warum verdammt verheilte das nicht? Immer wieder erwischte ich mich dabei, wie ich die Wunde heimlich ansah. Um die Wunde herum hatte sich eine ganz leichte schwarze Kruste gebildet. Was mich in den nächsten Stunden noch erwarten würde, wusste ich zum Glück nicht, Das hier jedenfalls war niicht normal. Ich schob mich an Lia vorbei, trotz ihrer Entschuldigung. Inzwischen konnte ich meine Hände wieder frei bewegen. Der Schwindel war so gut es ging verschwunden. Vielleicht hatte ich mir nur zu früh sorgen gemacht. Wenn ich wieder etwas zu trinken bekam, würde sich das sicher auch erledigt haben. Und so machte ich weitere Schritte von Lia weg. "Ich bringe dich noch nach Hause und dann bleibst du gefälligst dort...klar?" Wie gern ich sie stattdessen einfach wieder in meine Arme gezogen und geküsst hätte....Doch ich blieb stur. Eine meiner einfachsten Übrungen. Stur zu sein.

@Liana Dearing


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