#1

Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 17.07.2016 18:45
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

Vor Kyle Wohnung nahm sie wie versprochen direkt ein Taxi. Die Gegend war immer gut besucht, deshalb fand man auch immer ein Taxi, das bereit stand. Lia stieg ein und stöhnte vor schmerzen leise auf. Doch dann gab sie dem Fahrer die Adresse und lehnte sich zurück. Die fahrt dauerte eigentlich nur 20 Minuten, doch Lia war auf dem Rücksitz des Taxis bereits wieder eingedöst. Sie war so schwach. Erst als der Fahrer sie ansprach schreckte sie hoch. Voller Schreck viel ihr ein, dass sie alles - Handy Schlüssel und Kreditkarte in den Sachen hatte, die bei Luke lagen. Seufzend bat sie um einen Augenblick.

Lia hatte immer einen Ersatzschlüssel versteckt. Auf dem Flur, der zu ihrer Wohnungstür führte, war direkt neben der Tür eine Wandlampe mit zwei Leuchten. Zum wechselns der Glühbirnen konnte man die Glasbehälter anheben. Und genau unter so einem hatte Lia den Ersatzschlüssel zu ihrer Wohnung versteckt. Nur sie und ihre Nachbarin wussten davon. Ihre Nachbarin nutze den Schlüssel um die Blumen zu gießen, wenn Lia mal nicht da war.
Nun schleppte Liana sich die Treppe hoch, holte den Schlüssel und holte schnell ein paar Dollarnoten aus einer Tasse in der Küche. Dann kämpfte sie sich mit dem Bein wieder die Treppe hinuntert und bezahlte den Taxifahrer. Auf dem Rückweg nach oben steckte sie den Schlüssel wieder in sein Versteck und zog die Tür hinter sich zu.

Langsam sackte Lia an der Tür auf den Boden und hielt sich das Bein. Es hatte wieder angefangen zu bluten, und dass nicht zu knapp. "Scheiße!" sagte sie und presste mit den Fingern fest zu. Sie musste es irgendwie ins Bad schaffen, dort hatte sie Verbandszeug.
Auf allen vieren schleppte Lia sich ins Bad. Streifte dort ihre Hose ab und nahm den alten Verband ab. Erst jetzt sah sie zum ersten mal, was dieses Vieh mit ihr angerichtet hatte. Lia konnte nicht anders, ein haltloses Schütteln überkam sie und sie musste sich heftig in die Klohschüssel neben ihr übergeben. Ihr ging es sehr schlecht. Und wenn sie es nicht besser wüsste, würde sie auch sagen, sie hätte fieber.

Mühevoll zog sie sich am Waschbecken wieder nach oben und spülte als erste Mal gründlich ihren Mund aus. Erst dann ließ sie sich auf dem WC-Deckel nieder und überlegte, wie sie diese Wunde vernünftig reinigen und verbinden sollte. Medizin Studium hin oder her, wenn man sich selbst verarzten musste, dann setzte der Verstand auch gerne mal aus.
Lia betrachtete die 3 langen Risse in ihrem Bein. Es fiel ihr sehr schwer sich zu konzentrieren, inzwischen hatte sie viel Blut verloren und noch immer tropfte es unablässig auf den Boden des Bades. Doch Liana nahm sich ein Handtuch und versuchte erst einmal die Blutung zu stillen. Die Wundränder sahen hochgradig entzündet aus und erst jetzt sah Lia, wie sie feine dunkelrote Linien überall um die Kratzer herum ausgebreitet haben. "Shit! Eine Sepsis.." flüsterte sie leise zu sich selbst und wurde unruhig. Mit einer Blutvergiftung war nicht zuscherzen, doch wirklich verwunderlich war es nicht. Wer wusste schon was dieses Ding an den Klauen hatte. "Okay, ganz ruhig bleiben, jetzt eins nach dem anderen. 1. Wunder reinigen. 2. Wunde versorgen und verbinden. 3. Antibiotika suchen!" ging sie leise durch und versuchte aufzstehen...

Genau in diesem Moment hörte sie es an der Tür klingeln. Stöhnend sah Lia auf. "Klasse..." sie presste sich das Handtuch so gut es ging auf den Oberschenkel und humpelte irgendwie zurück zur Tür. Sie dachte überhaupt nicht groß nach und schon beim öffnen der Tür sagte sie: "Kyle!.. Du sollst dir nicht immer solche Sorg - " doch es war nicht Kyle der da vor der Tür stand. Es war Luke. Lias Herz setzte einen Schlag aus udn für einen Moment fürchtete sie wieder zu fallen, doch sie riss sich zusammen. Stattdessen sah sie Luke panisch an, unfähig sich zu rühren. "Luke..." wisperte sie und starrte ihn noch immer ungläubig an.

@Luke Blackhawk


zuletzt bearbeitet 17.07.2016 19:05 | nach oben springen

#2

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 18.07.2016 18:30
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

Kurz nachdem Lia gegangen war, hatte ich mich erst einmal versucht zu beruhigen. Doch viel Zeit sollte mir nicht mehr bleiben ehe vermumte Männer kommen würden, die stark an das FBI erinnerten und mein Haus besetzten. Doch noch war es nicht so weit. Ihre Sachen brachte ich nach unten an die Haustür. Dort legte ich sie auf dem Boden neben der Tür ab. Dann ging ich ins Wohnzimmer. Den nächsten Whiskey hatte ich mir aber wirklich verdient. Ich schenkte mir also ein Glas ein und lies mich aufs Sofa fallen. Ja, ich lies sie einfach so gehen. Warum? Das war mir selbst nicht so richtig klar. Wahrscheinlich weil es ziemlich auffällig gewesen wäre sie fest zu halten. Immerhin war ich gesehen wurden. Man kannte mein Gesicht.
Also war das die einzige Möglichkeit gewesen. Die Stadt war zwar nicht sehr klein, aber wenn ich sie einmal getroffen hatte, würde ich sie auch wieder treffen. Wieso nur konnte sie meiner Manipulation standhalten? Ich überlegte ob es darqan liegen könnte, dass ich in letzter Zeit ein wenig...nein ich hatte immer genug Blut getrunken, auch heute Nacht. Trotzdem stand ich auf und holte mir eine kleine Flasche aus der Minibar und machte sie auf einen Zug leer.
Dann stand ich da. Vor meinem Kamin..und starrte nachdenklich hinein. Ich hätte nie erwartet sie hier zu treffen. Hier in Cleveland. Wie lange ich da stand? Keine Ahnung, aber lange war es sicher nicht. Und plötzlich hörte ich was. Das metallische Klicken einer Waffe. Wir müssen schauen, ob es einen Hinterausgang gibt. folgte als Funkspruch. Jetzt wurde ich aber hellhörig. Wie angewurzelt blieb ich stehen und legte den Kopf leicht schief. Dann horchte ich ganz genau hin. Ich brachte kein Wort hervor, stellte leise mein Glas ab und lief ganz unauffällig in Richtung Badezimmer der unteren Etage. Als würde ich...tja was machte ein Vampir im Bad?
Auf dem Weg dorthin befand sich der Lichtschalter den ich in sekundenschnelle betätigt hatte und die ganze untere Etage war in Düsternis versetzt. Dann hieß es nur noch abhauen. Ich hatte schon von solchen Typen gehört. Mit einem Satz den man als Mensch wohl kaum wahr nehmen konnte, war ich nach draussen geeilt und hatte auf der Einfahrt gleuch zwei erwischt, deren Köpfe ich zusammen knallen lies, dass es aus ihren Augen und Ohren blutete. Und dann war ich verschwunden. Hinter mir erklangen noch die Stimmen der Männer und auch den Schock über den Tod ihrer Kollegen drang noch in meine Ohren. Mit einem zufriedenem Schmunzeln rannte ich weiter. Die würden mich sicher nicht kriegen. Ich war 400 Jahre alt und ausserdem frisch gestärkt.

Es dauerte nich lange da lief ich schon die richtige Straße hinunter. Ich war einfach dem Geruch gefolgt, mit dem sie zusammen hing. An der ersten Wohnung jedoch stand nicht ihr Nachname. Also hatte ich weiter gesucht. Und es gab tatsächlich eine Spur von der Wohnung weg. Wenig später stand ich vor einem Haus in dem wohl mehrere Mietparteien lebten. In das Haus zu kommen war nicht schnwer, doch in die Wohnung zu kommen würde ein harter Job werden. Ohne ihre Bitte dazu, hatte ich da nämlich keine Chance. Ich klingelte und es wurde mir tatsächlich aufgemacht. Mit verschränkten Armen stand ich vor ihr. Ich hatte schon Blut gerochen, als ich den Flur entlang gegangen war, hatte aber gehofft, dass es nicht ihres ist, oder wenigstens nur ein wenig. "Ähm nein...Luke immer noch...aber man kann ja mal was vergessen." winkte ich ab. Meine Worte waren voll von Sarkasmus gewesen. Wer war dieser Kyle denn jetzt schon wieder? "Hast du Herrenbesuch erwartet?" folgte gleich die Frage, die wirklich etwas neugierig klang. Dann erst fiel mein Blick auf ihr Bein. Die Sorge die in mir aufstieg lies ich in meinem Kopf fürs erste verpuffen. Man sah es mir nicht an, aber sie war da. "Lass mich rein." forderte ich sie auf, aber dabei blieb mein Blick recht emotionslos. Lediglich mein Ton spielte auf Dringlichkeit an. "Lass mich rein Lia..." bat ich sie noch einmal. Noch immer als wäre ich in Eile, aber ohne zu erkennende Besorgnis.

@Liana Dearing


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#3

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 19.07.2016 18:10
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

Liana stand da wie angewurzelt. Sie rührte sich nicht und starrte Luke einfach nur fassungslos. „Luke…“ sagte sie ungläubig und blinzelte zwei Mal. Dann schüttelte sie den Kopf als wollte sie Fliegen verscheuchen. „Natürlich hab ich nicht vergessen wer du bist!“ sagte sie genervt. „Ich dachte du wärst jemand anderes!“ fügte sie hinzu.

Moment Mal, was redete sie überhaupt mit ihm? Sie sollte schnellst möglich die Tür zu knallen. Da sagte er schon sie solle ihn rein lassen. Völlig verdattert stand sie da. Sie konnte nicht klar denken, vielleicht lag es an dem Blutverlust. Die Tür stand sperrangelweit offen, wenn er wirklich rein wollte hätte er das doch längst tun können. Liana runzelte die Stirn. Als Luke erneut sagte, sie solle ihn rein lassen. Skeptisch sah sie ihn an und nur langsam sickerte durch, was das bedeutete. „Du kannst nicht rein.. stimmt‘s?“ fragte sie mit leiser piepsiger Stimme. „Die Filme und Bücher lügen eben doch nicht alle!“ sagte sie und konnte den sarkastischen Unterton nicht vermeiden. Liana war selten Sarkastisch oder zynisch. Doch im Moment konnte sie nicht anders. Sie hatte furchtbar Angst vor Luke und sie würde einen Teufel tun und ihn rein lassen. „Verschwinde!“ sagte sie und es klang viel schwächer als sie wollte.

Noch immer presste sie das Handtuch auf ihre Wunde, es wollte nicht aufhören zu bluten. Und da machte es klick. Panisch sah sie Luke an. „Du willst deshalb hier rein, stimmts? Du willst mein Blut!“ die Angst ließ sich nicht aus ihrer Stimme verbannen. „Verschwinde!“ hauchte sie leise. „Ich will dich nie wieder sehen…“ warum brach denn jetzt noch ihre Stimme? Und warum wurde Luke plötzlich immer unklarer. Die Hände noch immer an der Tür merkte sie kaum, wie sie sich immer weiter dem Boden näherte, bis ihre Knie auf dem Boden aufschlugen. Sie stöhnte leise auf und ließ sich dann ganz auf die Erde nieder. „Verschwinde einfach!“ ihre Stimmer war kaum mehr zu hören und auch für Angst war keine Kraft mehr. Liana wusste, dass sie es irgendwie zurück ins Bad schaffen musste um endlich diese Wunde zu nähen – die Blutung zu stoppen und gegen die Sepsis anzukämpfen.

Es war höchste Zeit und das wusste Lia. Die Tür ließ sie einfach offen, Luke konnte ja eh nicht rein. Das Handtuch hatte sie einfach fallen lassen. Mühselig versuchte sie auf allen vieren ins Bad zu krabbeln, doch sie kam nicht weit, da brach sie auch schon kraftlos zusammen. Sie stöhnte leise. Würde sie jetzt das Bewusstsein verlieren, würde sie sterben. Denn dann könnte ihr niemand helfen. Auch Luke nicht, solange sie ihn nicht herein bat, könnte er nicht herein um ihr letztes Bisschen Blut zu saugen. Wieder stöhnte Lia… sie würde sterben, dass wusste sie.

@Luke Blackhawk


zuletzt bearbeitet 19.07.2016 18:10 | nach oben springen

#4

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 22.07.2016 16:40
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

Wow, sie hatte nicht mal sofort die Tür wieder zu geschlagen. Das hätte ich eher erwartet als eine Antwort. Doch dem war nicht so. Naja jeder konnte sich ja mal irren. "Und was ist, willst du mich noch eine Runde anstarren oder lässt du mich rein?`" hakte ich nach. Vielleicht wusste sie ja nicht, dass man einen Vampir herein bitten musste, aber egal wie, wenn sie mich nicht rein lies, würde ich auch nicht in die Wohnung kommen. Doch so schnell wie ich es gehofft hatte, war diese Hoffnung auch schon wieder zerschmettert wurden. Diese klitzekleine Frage hatte gereicht mich zu überführen. "Nein, ich bin bloß ein Gentleman." antwortete ich darauf halb sarkastisch, halb ernst. Wie sie das nun verstand, war ihre eigene Sache. Als sie von den Filmen und Büchern anfing, verdrehte ich die Augen. "Ja die meisten sind recht authentisch...aber...hey...du lenkst ab!" Sie wollte mich nicht rein lassen. Das hatte allein schon ihre Körperhaltung und ihre Aufforderung zu gehen gezeigt. Nicht unverkennbar. "Ich kann hier die ganze restliche Nacht stehen." Wenn sie wüsste, was vorgefallen war. "Aber ich kann leider nicht mehr nach Hause...also entweder lässt du mich rein, oder morgen früh gibts nur noch ein Häufchen Asche..." sagte ich dann mit Nachdruck. "Ich kann nämlich keine Sonnenbäder nehmen...schließlich würden mir Falten nicht stehen..." Dann lehnte ich mich in den Türrahmen. Das ging auch nur bis zu einem gewissen Punkt, denn die Barriere befand sich direkt in der Mitte der Tür. "Alsoooo....?"
Ich schüttelte heftig den Kopf, als sie von ihrem Blut redete und dass ich nur deshalb hier war. "Wie soll ich bitte wissen, dass du blutest wenn ich doch gar keine Ahnung hatte, dass dir etwas passiert ist. Denk doch mal realistisch Lia!" fauchte ich sie förmlich an. Es machte mich wütend, dass sie mich nur auf meinen Vampirismus reduzierte. Ich machte einen Schritt zurück und wurde plötzlich ganz ruhig. Auch meine Stimme, die ich in meine nächsten Worte legte, war eher emotional, als es das ganze Gespräch bis jetzt gewesen war. "Wir waren ein ganzes Stück lang ein Paar oder? Und ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich dir je nur ein Haar gekrümmt habe. Und ich habe ein verdammt gutes Gedächtnis."
Als sie sich dann auch noch von mir drehte, mich noch einmal aufforderte zu gehen, hätte ich...ich hätte...Nein, womöglich hätte ich nichts getan. Nicht hier, nicht bei ihr. Schon damals nicht. Sie war wie eine Art Anker des Guten für mich. Damals hatte ich mich daran gewöhnt, bis es mir überdrüssig geworden war. Aber da sie die einzige Frau war, die ich je geliebt hatte, bereute ich bis heute noch, sie gehen gelassen zu haben. Mein Stolz aber war zu gr0ß um irgendetwas zu unternehmen...sie zurück zu gewinnen. "Lia!!!!" Sie war zusammen gebrochen. "Du musst mich herein bitten!" flehte ich noch einmal. Ich wurde ganz unruhig, regelrecht zappelig vor ihrer Tür. Ich versuchte zu ihr zu gelangen, aber die Barriere lies mich nicht. Vor lauter Verzweiflung schnappte ich mir einen Schuhschrank, der neben einer anderen Wohnungstür gestanden hatte und wollte damit am liebsten die Barriere brechen. Aber mir wurde wieder bewusst, dass er einfach hindurch fallen würde. Seufzend setzte ich ihn ab. "Lia...komm schon." kam es jetzt etwas fordernder aber leiser von mir. "Ich kann dir helfen..du wirst sterben...das ist deine letzte Chance....weißt du noch? Alles oder nichts?" Ich erinnerte sie an ein gemeinsames Erlebnis, dass wir damals hatten. Etwas, dass ihr das Vertrauen in mich wieder geben sollte. "Der Regen?...du weißt es noch, oder?"

@Liana Dearing


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#5

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 22.07.2016 17:20
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

Stöhnend und keuchend lag Lia auf dem harten Boden im Flur ihrer Wohnung. Sie wimmerte leise, der Schmerz war unbeschreiblich. Sie konnte nicht mehr klar denken. Sie stöhnte. Sie hörte Luke vor der Tür. Er sprach mit ihr, flehte sie an ihn herein zu lassen. Er sagte, er hätte ihr doch nie etwas getan, ihr nie ein Haar gekrümmt und dass er helfen könnte. „Es ist zu spät…“ wisperte sie. „..ich werde sterben..“ Liana versuchte die Welle aufzuhalten, die über sie hinweg rollte. Sie blinzelte und Tränen liefen ihr nun über das Gesicht. Tränen des Schmerzes und Tränen der Verzweiflung. Sie konnte Luke nicht sehen, doch sie konnte ihn hören, er war unruhig. Er wollte herein. Er wollte ihr helfen. Konnte sie ihm trauen? Sie wollte es. Sie spürte es. Durch all den Schmerz und all den Nebel fühlte Lia in ihr Herz. Ihr Herz wies ihr den Weg. Ihr Herz würde sie nie betrügen.

Sie hob den Kopf ganz leicht, sah Luke an. Aber sie sah nicht nur Luke, wie er vor der Tür stand und nicht herein konnte, sie sah auch alles andere. Sie sah, wie er in dieser Bar stand, wie er tötete, und wie er sie dann zu sich brachte. Sie sah wie er im Bad vor ihr stand und ihr Handy ins Klo warf. Sah seinen Blick. Seine Augen, als sie Angst vor ihm hatte, sah wie sehr es ihn quälte, diese Angst bei ihr zu sehen. Und in diesem Moment spürte sie, was sie in jenem Moment gespürt hatte. Spürte, was jenseits der Angst lag. Spürte, was sie einst spürte. Und jetzt, jetzt hörte sie seine Worte. „Der Regen…“ flüsterte sie und die Flut der Erinnerungen stürzte auf sie nieder. Er, wie er sie küsste. Er, wie er mit ihr tanzte. Er, wie er ihr die Halskette schenkte. Er, wie er ihre Hand hielt. Er, wie er sie auf Händen trug. Er… im Regen. Wie er vor ihr Stand und sie sicher war, es würde nicht regnen. Es würde nicht regnen. Es würde wieder aufhören. Sie sah seine Augen, in dem Regen. Sie sah seine Augen, jetzt. „Luke….“ Ihre Augenlieder flatterten. Sie verlor langsam das Bewusstsein. „…bitte komm rein!“ hauchte sie leise.

Ihre Augen schlossen sich langsam, doch sie hörte, wie er mit übermenschlicher Geschwindigkeit bei ihr war. Wie er sich neben sie kniete. Sie spürte seine Berührungen. Sie hörte Worte, doch sie verstand sie nicht. Sie war schon so weit weg. So weit… doch sie spürte, dass er da war. Da – ganz nah bei ihr. Und er würde bei ihr sein, wenn sie ging. Sie schaffte es nicht die Augen zu öffnen, doch sie öffnete ihre Lippen.. sie wollte es ihm sagen. Bevor sie starb. Ein letztes mal. Sie wollte es sagen:
"Promise me this is forever…"

@Luke Blackhawk


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#6

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 23.07.2016 18:51
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

"Ja genau, der Regen..." flüsterte ich, als ich noch wie angewurzelt da stand und ihren leisen Worten lauschte. Ein normaler Mensch hätte sie wohl kaum bis gar nicht verstanden, aber mein Vampirgehör funktionierte sensationell, vor allem, wenn ich mich konzentrierte. Auch ich rief mir diesen Abend in Erinnerung. Damals hatte ich ihr ein Versprechen gegeben. Aber ich hatte schon damals nicht vor gehabt es einzuhalten. An diesem Abend, unserem Einjährigen, wusste ich schon, dass ich sie verlasse.
Nur sie hatte keine Ahnung. Für sie war ich wohl ein Traumtyp gewesen, der ihr ganzes Leben zum Zeitpunkt des Auftauchens auf den Kopf gestellt hatte. Um so mehr tat es mir leid. Ein Gefühl, dass niemand so schnell in mir wecken konnte. Und auch jetzt tat es mir leid. Ich konnte nicht helfen, solange sie mich nicht herein bat.
Doch anscheinend hatten meine Worte irgendetwas in ihr bewirkt. Im nächsten Moment wollte ich meinen Ohren kaum trauen. "Du...." Nein, jetzt war keine Zeit fürs reden. Im nächsten Moment kniete ich neben ihr und hatte meine Arme unter ihren Körper geschoben. "Du bist so....so ein Sturkopf..." schimpfte ich fast, aber es kam eher ein wenig verärgert und dennoch besorgt rüber. Ich hatte selten Probleme mich auszudrücken, doch das hier war etwas anderes. Das hier war mein persönlicher Super-Gau! Ich hatte keine Ahnung wo sich ihr Schlafzimmer befand, also legte ich sie in meine Arme und hob sie vom Boden hoch. Es gab nur zwei Türen die vom Wohnzimmer ausgingen, also war es nicht schwer ihr Schlafzimmer zu finden. Im Schlafzimmer angekommen, legte ich sie vorsichtig der Länge nach aufs Bett, als wäre sie einfach nur müde geworden und wollte schlafen.
Dann erst stand ich einen Moment vor ihrem Bett. Ihr Herzschlag wurde von Sekunde zu Sekunde schwächer. Noch war er stark genug, dass ich sie noch heilen konnte, aber es würde nicht mehr lange dauern, dann war sie dem Tod näher, als dem Leben. Ich musste es tun, ich konnte nicht anders. Was blieb mir anderes übrig wenn ich sie nicht sterben lassen wollte. "Na gut..." flüsterte ich leise und fuhr meine Fänge aus, mit denen ich eine Ader an meinem Handgelenk aufriss. Mein Handgelenk hielt ich direkt über Lias Mund und meine andere Hand unter ihren Kopf. "Du musst das trinken LIa, hörst du?" forderte ich sie auf und presste mein Handgelenk an ihren Mund, während immer weniger Blut aus meiner Ader in ihren Mund tropfte, da die Wunde schon langsam zu heilen begann. Sie konnte jetzt nicht sterben und erst Recht kein Vampir werden. Das hätte sie sicher nie gewollt. Also blieb nur zu hoffen, dass ich schnell genug gehandelt hatte.

@Liana Dearing


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#7

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 23.07.2016 19:26
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

Liana lag auf dem harten Boden, als Luke schließlich bei ihr ankam. Sie stöhnte leise. Sie hatte es nur mit Mühe geschafft diese Worte über die Lippen zu bekommen, doch weder hatte sie Kraft für ein weiteres Wort, noch hörte sie eine Antwort.
Stattdessen konnte sie spüren, wie Luke sie hoch hob.
Alles schwankte und Lianas Kopf dröhnte, und wenige Augenblicke später spürte sie das weiche Bett unter sich. Absurder Weise war ihr erste Gedanke, dass sie nun die Bettwäsche mit ihrem Blut versaute. Doch sie konnte nichts dagegen tun.

Einen Moment lag Lia auf dem Bett, als sie wie durch eine dicke Wand wieder Lukes Worte hörte. Doch sie konnte es nicht richitg verstehen. Trinken? Was? Lia war völlig verwirrt und als sie einen Moment später sein Handgelenk an ihrem Mund spürte, schlug sie flatternd ihre Augen auf. Was geschah hier? Wollte er sie ersticken? Doch da schmeckte sie den ersten Tropfen Blut auf ihrer Zung. Ihre Augen weiteten sich zunächst in Panik. Sie versuchte den Kopf weg zu drehen. Sie konnte den metallischen Geschmack des Blutes nicht ertragen. Warum tat Luke das? War sie ihrer Verletzung erlegen und so verwandelte er sie jetzt in eine von ihnen? War das so? Lia wusste nicht, wie dieser Vorgang funktionierte. Doch sie wollte kein Vampir sein. Sie wollte kein Monster sein.

Noch immer versuchte sie den Kopf wegzudrehen, als noch mehr Blut in ihren Mund lief. Lia konnte nicht anders als es zu schlucken. In dem Moment, wo das Blut vollends in ihrem Körper angekommen war, geschah etwas. Liana fühlte sich schlagartig besser. Noch nicht viel besser, doch es fühlte sich an, als wäre sie lange getaucht und würde nun zum ersten Mal wieder Luft holen. Was Lianas Verstand noch nicht begreifen konnte, hatte ihr Körper längst verstanden - es war das Blut. Intinktiv übernahm nun Lias Körper die Kontrolle. Sie riss die Arm hoch und packte Lukes Handgelenk fest um es dichter an ihren Mund zu pressen. Sie sog kräftig daran um mehr Blut aus der geöffneten Aterie zu bekommen. Sie trank das Blut, als hänge ihr Leben davon ab - und das tat es ja auch. Sie trank und schloss die Augen. Sie merkte kaum, wie fest sie Lukes Handgelenk hielt. Erst als sich ein berauschendes Gefühl einstellte ließ sie ihn schließlich los und ließ sich selbst in die Kissen sinken.
Sie atmete schwer, blinzelte und versuchte sich zu orientieren. Sie fühlte sich wie auf Drogen, doch sie suchte Lukes Blick. "Was ist passiert?" fragte und zog leicht die Augenbrauen zusammen, so dass sich dazwischen eine kleine Falte bildete.

@Luke Blackhawk


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#8

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 25.07.2016 11:00
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

Es war genauso wie es immer war. Erst wehrte sie sich dagegen. Gegen den für Menschen metalischen Geschmack, der widerliche Geschmack des Blutes, den eigentlich jeder Mensch kannte. Ich wusste nicht mehr wie Blut für mich als Mensch geschmeckt hatte. Aber ich konnte mich noch daran erinnern, wie übel mir bei meinem ersten Schluck geworden war, als ich zum Vampir gewandelt worden war. Und so sah ich ihr dabei zu und verstand nur zu deutlich, dass sie sich wehrte. Aber das war schnell vorbei, da merkte ihr Körper, dass es ihm gut tat. Sie wurde förmlich gezwungen jetzt weiter zu trinken. Und ich lies sie gewähren. Erleichterung durchströmte mich, als sie ablies und ich deutlich und regelmäßig ihren Herzschlag pochen hören konnte. Ihre Wunde hatte sich zurück gebildet, sie schien wieder völlig genesen. Doch nur äußerlich. Denn ihr Herz war noch immer gebrochen. Da war ich mir sicher. "Du bist wieder voll auf dem Damm." erklärte ich kurz und knapp, als ich neben ihr auf dem Bett saß. Mein Handgelenk hatte sich auch schon wieder vollends zurück gebildet. Keine Spur mehr von Blut oder einer Wunde. Doch ich wusste auch, was das jetzt bedeutete. Sie hatte mein Blut im Organismus.
"Lia?" Ich redete vorsichtig und eher leise. Durch mein Blut würde sie mich besser den je verstehen, denn wenn ein Mensch Vampirblut trank, dann wirkte es nicht nur heilend. Nein, auch manche Eigenschaften färbten leicht auf den Menschen ab, solange dieser noch das Blut im Organismus hatte. "Versprichst du mir in den nächsten Stunden am Leben zu bleiben?" sagte ich dann direkt und sah sie sogar ernst dabei an. Wie sollte man so etwas sonst fragen? Am liebsten wäre ich ja hier geblieben. Aber ich musste die Stadt verlassen, sobals die Kuppel wieder verschwunden war. Ich konnte nicht hier bei ihr bleiben. "Vielleicht passt dieser Kyle ja auf dich auf...oder Thomas." schlug ich dann vor. Meine Worte klangen nicht gerade erfreut darüber, dass sie es anscheinend nur mit Männern zu tun hatte, von denen sie ausging, dass sie sie besser beschützen konnten, als ich. Denn ich war ja nur ein Monster. "Ich glaube übigens, dass dein Kyle...irgendwelche Leute auf mich gehetzt hat. Hast du ihm irgendwas erzählt?" Jetzt wirkte ich sogar schon fast ein wenig bedrohlich, so ernst war ich. Aber ich musste wissen womit ich es hier zu tun hatte.

@Liana Dearing


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#9

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 25.07.2016 12:11
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

Lia konnte eindeutig spüren, wie ihr Fieber zurück ging, wie sich ihre Wunde schloss und wie Kraft ihren Körper durchströmte. "Wie ist das Möglich?" hauchte sie und sah Luke an, der neben ihr auf dem Bett saß. Lia setzte sich auf und sah auf ihr Bein. Wo eben noch eine tötliche Wunde gewesen war, war ihre Haut nun wieder weich und glatt und nichts mehr war zu sehen.
"Ja, ich sehe dass ich wieder voll auf dem Damm bin, aber - wie? Bin ich ein..?" fragte sie zägerlich und sah Luke an. Sie hatte Angst, dass sie nun kein Mensch mehr war. Sie wusste ja nicht, wie man verwandelt wurde.
Doch bei Lukes weiteren Worten runzelte sie die Stirn. "Ich soll was? Nicht sterben? Das habe ich auch ganz bestimmt nicht vor!" sagte sie und sah ihn ungläubig an. Dann erst wurde ihr Bewusst,dass sie ja gar keine Hose trug.

Schnell sprang sie aus dem Bett und lief zum Schrank, wo sie sich eine einfache Stoffhose griff und diese schnell über zog. Verlegen stand sie da und sah zu Boden.
"Kyle oder Thomas?" fragte sie und sah Luke fragend an. "Ich denke nicht, dass irgendwer auf mich aufpassen muss. Alles was ich möchte, ist hier bleiben und diesen Tag endlich hinter mir lassen!" sagte sie und konnte nicht verhindern, dass sie etwas verärgert klang. Aber wer konnte es ihr verübeln. Erst sah sie, wie ihr Ex irgendwelche Menschen tötete, und dann wurde sie auch noch von einem Dämon angegriffen.
"Ich habe Kyle gar nichts gesagt, er hat einfach 1 und 1 zusammen gezählt. Ich glaube er kennt sich da aus!" sagte sie und auch hier hörte man ihre Verärgerung raus. "Ich weiß nicht, was Kyle... ich hab keine Ahnung Luke. Ich habe ihm nichts gesagt. Er hat mich aus deinem Haus kommen sehen, und von Thomas wusste er den Rest!" verteidigte sie sich. Aber das Kyle offenbar Leute auf Luke gehetzt hatte, verpasste ihr einen Stich. Sie hatte gemerkt wie unruhig Kyle am Abend in seiner Wohnung gewesen war. Lia hatte befürchtet, dass er Luke etwas antun könnte. Aber sie hatte nichts gesagt, denn dann hätte sie zugeben müssen, dass sie sich um Luke sorgte. Luke. Der nun hier auf ihrem Bett saß und ebenfalls sehr angespannt wirkte.

Langsam ging Lia zu ihm und setzte sich neben ihn. "Ich..." begann sie und errötetet. Denn sie dachte daran, was sie ihm im Flur gesagt hatte. Und sie dachte daran ihm zu sagen, dass sie ihn nicht verraten würde. Doch sie brachte die Worte nicht über ihre Lippen. Stattdessen sah sie gedankenverloren zum Fenster. Wie spät war es. Es schien als würde der Morgen bereits grauen. Lia dachte sich überhaupt nichts dabei. Doch langsam Stück für Stück schob sich die Sonner hinter dem Horizont nach oben.

@Luke Blackhawk


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#10

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 25.07.2016 15:31
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

Ich wirkte ein wenig überfordert mit der Situation, versuchte es aber noch so gut es ging zu überspielen. "Magie?" antwortete ich leise und knapp, als sie das erste Mal fragte, wie das möglich sei. Dabei zuckte ich mit den Schultern und sah sie ein wenig verloren an. Jetzt...sie würde jetzt darauf kommen, warum sie nicht mehr verletzt war, jetzt oder bald, aber es war sicher kein Geheimnis mehr. Ich, der eigentlich immer aufpasste vor wem er sich offenbahrte...der immer vorsichtig war, wenn er tötete und es 400 Jahre geschafft hatte, sich zu bedecken. Hier saß ich neben meiner Exfreundin, vermutlich die einzige Frau, die je Emotionen im weitesten Sinne in mir geweckt hatte, und hatte jedes meiner Geheimnisse, was mein wahres Ich betraf vor ihr ausgebreitet. Nein, es würde nicht mehr lange dauern, ehe sie wusste, was ich konnte.
"Nein, du bist noch ein Mensch, nur wirst du jetzt nicht mehr sterben. Das heißt, so lange du es nicht wieder darauf anlegst." erklärte ich dann wieder und bildete eine Aura der Lockerheit um meine Worte, auch wenn jedes davon mir unheimlich schwer viel. Und natürlich hatte sie nicht vor zu sterben und ja, vielleicht sollte ich ihr erklären, was ich mit meinen Worten gemeint hatte, aber ich war so müde davon mich erklären zu müssen. Der Blutverlust meinerseits, der ihr Gewinn gewesen war, forderte seinen Tribut. Sie hatte viel Blut gebraucht. Nicht so viel, dass ich sehr geschwächt war, nein, eher so, dass ich mich ein wenig geplättet fühlte. "Du musst dich nicht verstecken...ich weiß wie du nackt aussiehst." merkte ich scherzend an, als sie regelrecht zum Schrank sprang und sich etwas anzog. "Gut, dann ruh dich aus. In 24 Stunden sollte alles wieder normal sein." Ich wollte eigentlich nicht gehen, aber als wäre es ein automatisierter Reflex, stand ich plötzlich auf. Ich spürte, dass es hell wurde, aber wenn sie mich nicht hier haben wollte, würde ich sicher ein schattiges Plätzchen in der Stadt finden. Jetzt wusste ich wenigstens, dass es ihr gut ging. Ihre Worte über Kyle lies ich mir mehrmals ganz genau durch den Kopf gehen. "Er ist also einer dieser Soldaten, oder was?" Dass sie auch von der Initiative keine Ahnung hatte, hätte ich mir eigentlich denken müssen, aber in dem Zustand in dem ich mich befand, war klares Denken kaum noch möglich. "Und er hat dich abgeholt...hast du überhaupt darüber nachgedacht, als du munter drauf los geredet hast? Ich kann mein eigenes Haus nicht mehr betreten!" Ja, ich war auch sauer, aber doch nur, weil ich alles auf sie schob. Dabei war es anscheinend gar nicht ihre Schuld. "Was denkst du, warum ich vor deiner Tür stand? Und ich wette, diese Wichser sind immer noch vor meinem Haus." Ich wirkte regelrecht trotzig und erzürnt, aber ich sah sie nicht mehr dabei an, sondern verschränkte die Arme um mich auf das Bett zu setzen. Das waren sicher alles Menschen. Wenn ich sie alle umbrachte, dann würde es doch nicht mehr lange dauern, ehe die ganze Organisation hinter mir her war.
Ich spürte wie sie sich neben mich setzte, hörte wie sie meinen Namen sagte. Dann sah ich zu ihr auf, aber sie sah gar nicht mich an, sondern aus dem Fenster, an dem sich die Sonne langsam begann zu erheben und mir den Weg nach Hause fast unmöglich machte. "Ja?" fragte ich einfach neugieriger Weise nach und wandte auch meinen Blick nicht ab. Ich hatte mich ein wenig beruhigt, aber das einfachste wäre sie jetzt allein zu lassen. Wieder erhob ich mich von dem Bett. "Ich finde schon ein schattiges Plätzchen. Mach dir darüber keine Sorgen..." Und mit diesen Worten war ich schon dabei das Schlafzimmer zu verlassen.

@Liana Dearing


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#11

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 25.07.2016 16:11
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

"Luke.. ich habe Kyle nicht gerufen. Ich habe nicht mal gewusst, das er irgendetwas über -" sie machte eine allumfassende Geste "-DAS HIER, weiß!" sagte sie und versuchte somit sich zu rechtfertigen. "Ich habe ihm übernichts erzählt. Ich bin aus deinem Haus ... geflohen... und als das Auto anhielt war ich so erleichtert, dass es ein Freund und kein Fremder war.!" sagte sie und senkte die Stimme. Sie war müde - müde darüber dass alles so furchtbar kompliziert war. "Er wusste sofort, dass ich eine Begegnung mit einem - " sie unterbrach sich. "..er wusste es einfach schon. Und .. was meinst du mit soldat?" fragte sie und runzelte erneut die Stirn. Das ergab Sinn, denn immerhin war er bewaffnet gewesen. Und das nicht nur mit einer einfach Handfeuerwaffe. "..Ich weiß nicht.. für was für Leute er arbeitet. Ich dachte immer er hätte einen ganz normalen Job. Aber wirf mir das nicht vor! Ich dachte schließlich auch immer du wärst ein ganz normaler Mensch!" sie seufzte und presste sich die FInger an die Schläfen.

Als sie sich etwas angezogen hatte rollte sie leicht mit den Augen. Natürlich hatte er sie nackt gesehen. Aber... naja, es war trtozdem setlsam für sie, so halb nackt wieder vor ihm zu stehen. Sie sagte jedoch nichts weiter zu seiner Bemerkung, mehr als das Augenrollen, bekam er in dem Moment nicht. Viel schlimmer für Lia war jedoch, dass Luke sich einfach nicht beruhigen wollte. "Luke, ich kann nichts dafür, dass man Leute nach dir schickt. Wie oft soll ich das noch sagen? Und überhaupt, was dachtest du? Das niemand bemerkt, dass es eine Bar voller Blutleerer Leichen gibt?" sie war nun auch wütend. Sie fand das alles so ungerecht. Sie atmete tief durch um sich wieder zu beruhigen.

Als sie sich beide wieder aufs Bett setzten, fehlten Lia die Worte. Was sollte sie sagen? Sie konnte unmöglich das sagen, was ihr gerade durch den Kopf ging. Deshalb richtet sie den Blick zum Fenster. Erst als Luke meinte, er würde schon ein schattiges Plätzchen finden, wurde ihr bewusst, was die Sonne wohl bedeutete. Nach und nach fügte sich das Bild zusammen. Nach und nach begriff sie, welche Stärken - und Schwächen - Luke als Vampir hatte. Sie schüttelte den Kopf und lachte bitter auf. "Die Sonne macht aus die ein Häufchen Asche, aber dein Blut heilt offenbar Menschen!" stellte sie nüchtern fest und strich sich gedankenversunken über ihr nun genesenes Bein. "Verrückte Welt..." sie murmelte es so leise, dass ein Mensch es wohl kaum hören würde.

Als Luke aufstand und im Begriff war das Schlafzimmer zu verlassen, musste Lia sich entscheiden. Entweder lies sie ihn einfach ziehen - nicht wissend, ob sie ihn dann je wiedersehen würde. Oder sie versuchte ihn aufzuhalten....
"Luke.. warte!" sagte sie und war aufgesprungen. Sie sah zu ihm hinüber, wie er bereits an der Tür stand. Mit dem Rücken zu ihr.
"Bitte... bleib!" flüsterte sie leise und voller Unsicherheit. Dann ging sie zu ihrem Schlafzimmerfenster und griff nach dem Seil, dass für die Außenrollos zuständig war. Mit einem Wusch, lies sie sie herunter sausen und hüllte ihr Schlafzimmer so in völlige Dunkelheit. Langsam drehte sie sich wieder um. Sie konnte Luke nicht mehr sehen, spürte aber, das er das Zimmer noch nicht verlassen hatte. "Bitte bleib!" wiederholte sie leise und stand einfach unschlüssig in der Ecke des Zimmers und wartete auf irgendeine Reaktion von Luke.

@Luke Blackhawk


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#12

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 25.07.2016 16:43
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

"Wow, Sherlock, du bist ja ein Genie..." lies ich es sarkastisch verlauten, als zwei der Sachen zusammen fasste, die einen Vampir ausmachten. Aber eigentlich konnte ich ihr das nicht verübeln, dass sie versuchte das Puzzle zusammen zu fügen und es auch noch einmal laut aussprach. Ich erinnerte mich ungern an die Zeit zurück in der alles für mich noch neu gewesen war. In der ich selbst noch so viele Fragen gehabt hatte. Als ich selbst noch nicht wusste, was mich ausmacht. Doch nach 400 Jahren hatte ich viel gelernt, wusste sicher sogar Sachen, die nicht alle Vampire wussten und vor allem wusste ich, wann es Zeit war zu gehen. Nämlich genau jetzt, in diesem Moment. Wenn ich Lia von mir fern halten wollte, dann musste ich untertauchen und durfte sie nie wieder sehen. Spätestens wenn ich aus der Tür gegangen war, würde es mir leichter fallen, da war ich mir sicher.

Ich hatte mich schon von ihr abgewandt und war in Richtung der Tür gegangen, als sie meinen Namen mit dem Wort "warte" in einem Satz verband. Ich war es leid...Ich wollte diese gefühle nicht haben und vor allem wollte ich mir keine Sorgen um diese Frau machen. Aber wenn das alles eintreffen sollte, dann musste ich jetzt gehen!
Seufzend blieb ich stehen und legte meinen Kopf in den Nacken. "Hmm?" war alles, was sie von mir zu hören bekam.
Dann hörte ich, wie sie das Rollo herunter lies, damit die Sonne mich nicht dahin raffen konnte. "Eine wirklich nette Geste, aber ich werde lieber gehen." Ich versuchte so freundlich wie möglich zu klingen. Sehen konnte sie mich ja nicht mehr. Ich sie schon. Zwar nur Umrisse, aber immerhin mehr als ein Mensch. "Das war alles ein bisschen viel für dich. Ich rufe dich an und wenn du dann noch Fragen..." ich lies mich wieder von ihr unterbrechen, als sie mich noch einmal bat zu bleiben. Inzwischen hatte ich mich zu ihr gedreht, nicht sicher, ob sie das überhaupt merken würde. "Eben hast du mich noch zur Hölle und zurück gewünscht und jetzt willst du, dass ich bleibe?" erinnerte ich sie noch einmal. Schließlich hatte sie mir vor ein paar Minuten noch unmissverständlich klar gemacht, dass ich gehen sollte. "Wenigstens weißt du jetzt, dass ich nie vor hatte dir etwas zu tun.". Eigentlich sollte es mir egal sein, aber irgendwie war es das nicht. Sie sollte es wissen, dass ich auch anders konnte, so wie in L.A..

@Liana Dearing


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#13

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 25.07.2016 16:55
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

Einen quälend langen Moment stand Liana in der Dunkelheit, bevor sie wieder Lukes Stimme hören konnte. Doch seine Worte schnitten ihr wie eine Klinge ins Herz. Er wollte gehen. Er wollte nicht bleiben. Und er dachte noch immer, sie würde ihn zur Hölle wünschen. Doch so war es doch überhaupt nicht. Lia konnte sich das selbst nicht erklären. Aber sie wollte nicht das Luke ging. Sie wollte nicht, dass er dort draußen vielleicht irgendwelchen ominösen Soldaten über den Weg lief. "So ist das nicht.." begann sie zögerlich. ".. wünsche dich nicht zur Hölle.. ich... hatte einfach Angst!" sie versuchte sich zu entschudligen, sich zu rechtfertigen und ihre Stimme wurde immer dünner.

Langsam spürte sie wie der Druck in ihre Augen stieg. °Nein, bitte nicht jetzt° dachte sie und versuchte die Tränen zurück zu drängen. Außerdem versuchte sie ihre Stimme unter Kontrolle zu behalten, als sie weiter Sprach. "Ich habe noch immer viele Fragen. Doch im Moment, möchte ich nur.. das.. du bleibst!" sie spürte den Kloß in ihrem Hals und konnte nur hoffen, dass Luke es nicht bemerkte. Langsam schob sie sich durch die Dunkelheit auf Luke zu. Sie konnte überhaupt nichts sehen, dennoch waren ihre Augen weit aufgerissen, als ob es etwas helfen würde.
Langsam streckte sie die Arme vor sich aus. Um zu tasten, ob sie irgendwo gegen stieß. Leise und mit gebrochener Stimme sprach sie weiter, während sie sich Luke immer mehr näherte. "Ja, Luke, ich weiß jetzt, dass du mir nie etwas tun wolltest... Es tut mir leid, dass ich dir misstraut habe!" in dem Moment, als ihre Stimme vollends brach und ihr die Tränen in die Augen stiegen, erreichte sie mit ihren Fingerspitzen Luke. Er hatte sich ihr wieder zugewandt, was sie gar nicht mitbekommen hatte. Doch so war es nun, dass ihre Fingerspitzen seine Brust berührten. Zögerlich blieb Lia stehen, starrte in die Dunkelheit, in der Hoffnung etwas zu sehen. Und bewegte sich keinen Zentimeter mehr. Ihre Finger ruhten ganz sanft auf dem Stoff seines Shirts. Sie schluckte schwer und holte Luft um ihn noch einmal zu bitten zu bleiben. Doch ihre Stimme versagte ihr den Dienst. Alles was zu hören war, war ein kläglicher erstickter Laut. Sie schloss die Augen und atmete tief durch. Sie wusste, wenn er gehen wollte, würde er es tun. Und sie konnte nichts tun um ihn aufzuhalten. Und trotzdem war da diese kleine hoffnungsvolle in ihr, die sagte 'vielleicht bleibt er doch...'

@Luke Blackhawk


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#14

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 25.07.2016 17:20
von Luke Blackhawk" | 3.737 Beiträge | 5165 Punkte

Erst lauschte ich nur. Durch mein Gehör konnte ich sie genau im Raum ausmachen. Aber auch durch meine Augen, auch wenn sie nur eine Schemenhafte Gestalt war. "Ich weiß, was für eine Angst du hattest." gab ich zu, denn ich wusste auch noch genau wie es bei meiner ersten offiziellen Begegnung gewesen war. Meine Erschafferin, sie hatte sich mir irgendwann als Vampir offenbahrt und mich dann gegen meinen Willen verwandelt. Und obwohl ich schon damals ein recht mutiger junger Mann gewesen war, hatte es mich erschreckt. Manchmal denkt man, dass man jemanden kennt, in und auswendig und man denkt, dass es ewig so gut läuft, alles schön ist, man sich etwas zusammen aufbaut. Doch in dem Moment als sie sich vor mir als bluttrinkendes Monster geoutet hatte, war meine Welt in die Brüche gegangen. Ich konnte mich sogar noch an die Gedanken erinnern, die ich in diesem Moment gehabt hatte. Und das alles hatte ich Lia ersparen wollen. Normalerweise war ich nicht einer dieser Vampire, die besonders viel und gern Rücksicht auf die Gefühle von Menschen nahmen, aber bei Lia war es anders. Und das war wohl der driftigste Grund um mich von ihr fern zu halten.

Ich wusste, dass sie bald bei mir ankommen würde. Nun musste eine Entscheidung getroffen werden. Ich stellte mir vor, wie ich innerhalb eines Sekundenbruchteils den Raum verlassen und die Tür geschlossen hatte, so dass sie lediglich einen Luftzug von meiner Flucht wahrnahm. Oder, ich blieb einfach stehen. Diese Entscheidung dauerte allerdings zu lange. Das hatte man davon, wenn man zögerte. Im nächsten Moment spürte ich ihre Fingerspitzen auf meiner Brust. Jede einzelne davon schmiegte sich an den Stoff meines Shirts. Doch für mich war diese Berührung um ein vielfaches intensiver als für sie. Nur konnte sie das nicht wissen. Verstand sie überhaupt, warum ich gehen wollte? Konnte sie das überhaupt verstehen? "Es ist Tag. Dir wird nichts passieren. Aber du solltest bis morgen früh in deiner Wohnung bleiben." kam es noch einmal besorgt von mir. Ich hatte aus Absicht noch nichts zu ihre Bitte gesagt, denn ich hatte mich noch immer nicht entschieden. "Und du solltest in Zukunft auf keinen Fall allein raus gehen, wenn es Nacht ist." fügte ich noch hinzu, legte dann meine Hand auf ihre, die noch an meiner Brust verweilte, umgriff sie mit meiner und zog sie sanft von meiner Brust weg. Aber da war noch ein Problem. Jetzt hielt ich ihre Hand...Sie würde sich sicher Hoffnungen machen, denken, dass ich mich so sehr um sie sorgte, weil ich sie immer noch liebte. Aber dem war doch nicht so...oder etwa doch?
Schnell lies ich ihre Hand los und wich einen kleinen Schritt zurück. Mehr war nicht mehr möglich, denn jetzt spürte ich schon die Tür in meinem Rücken.

@Liana Dearing


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#15

RE: Wohnraum + Küche + Bad

in Liana Dearing's Wohnung 26.07.2016 14:23
von Liana Dearing | 70 Beiträge | 108 Punkte

Luke belehrte sie noch einmal. Erklärte ihr, dass sie tagsüber sicher war und Nachts vorsicht sein sollte. Doch Lia verzog das Gesicht. Leise sprach sie in die Dunkelheit. "Aber der Tag schützt mich doch nur vor... vor anderen Vampiren, oder?" fragte sie vorsichtig, die Finger noch immer auf seiner Brust. "Dieses Ding.. das Kyle und mich angegriffen hat. Kann das nicht am Tag auch rumlaufen? Oder sind alle .. ähm... Wesen nur nachts da?" fragte sie. Sie hatte das Bedürfnis ihn in ein Gespräch zu verwickeln. Und wenn die Sonner erst mal hoch genug stand, dann würde er bis zur nächsten Nacht warten müssen.

Vorsichtig trat sie noch einen Schritt näher, so dass nicht nur ihre Fingerspitzen seine Brust berührten sonder ihre ganzen Handflächen. So spürte sie mehr von ihm und sie konnte nicht verhindern, dass sich ihr Herzschlag leicht beschleunigte. Ihr war nicht bewusst, dass Vampire noch viel intensiviert spürten.
Als ihre Hände nun ganz auf ihm lagen suchte sie nach weiteren Worten um ihn in ein Gespräch zu verwickeln, doch in dem Moment nahm er ihre Hände und zog sie von seiner Brust weg. Liana zögerte in der Dunkelheit, runzelte leicht dir Stirn. Doch da laß er ihre Hände schon los und sie konnte spüren, wie sie vor ihm zurück wich, sie hörte wie er an die geschlossene Tür stieß.

In Lianas Kehle bildete sich ein Kloß und die Tränen drohten wieder über ihre Wangen zu rollen. Seit wann war sie denn so furchtbar empfindlich. Doch die Zurückweisung konnte sie spüren. Und es tat ihr weh. Mit zusammen gebissenen Zähnen sah sie durch die Dunkelheit zu Luke. "Du hättest mich auch einfach sterben lassen können!" sagte sie fest aber trotzdem mit einer Stimme, die einem fast das Herz zeriss.
Sie wandte sich von ihm ab und ging zum Bett. Als sie mit dem Knie dagegen stieß, ließ sie sich darauf fallen und vergrub das Gesicht in ihrem Kissen. "Dann geh, wenn du unbedingt von hier weg willst.." sagte sie leise, erstickt durch das Kissen hindurch.
SIe wollte nicht, dass er ging, doch sie würde ihn auch nicht zwingen können hier zu bleiben.

@Luke Blackhawk


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